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Rudy Gobert verdient einen zweiten Blick - hier ist der Grund

21.02.2026, 03:10

Defensiver Einfluss spricht lauter als Narrative

Rudy Gobert steht seit Jahren auf dem Prüfstand. Kritiker hinterfragen seine Auszeichnungen als Defensivspieler des Jahres, seine Leistungen in den Playoffs und die Frage, ob er Spiele wirklich verändert, wenn es darauf ankommt. In dieser Saison sprechen die Zahlen eine andere Sprache.

Unter den großen Spielern, die im Durchschnitt mindestens 20 Minuten als Center spielen, belegt Gobert den dritten Platz bei den Defensiv-Win-Shares (0,141). Nur Chet Holmgren (0,168) und Isaiah Hartenstein (0,142) liegen vor ihm, die beide für das beste Defensivteam der Liga, die Oklahoma City Thunder, spielen. Gobert übertrifft Victor Wembanyama (0,135), Evan Mobley (0,130) und Bam Adebayo (0,128). Durch seine Präsenz sinkt die gegnerische Feldtorquote innerhalb des Bogens von 57,5 % auf 50,4 %.

Defensivbewertung zeigt seinen wahren Wert

Die Minnesota Timberwolves liegen mit einem Defensiv-Rating von 112,4 an siebter Stelle in der Liga. Doch wenn Gobert auf dem Parkett steht, sinkt dieser Wert auf 109,8 und ist damit der drittbeste in der NBA. Ohne ihn steigt der Wert auf 119,1, womit sie zu den schlechtesten der Liga gehören.

Das sind nicht nur Statistiken. Sie spiegeln wider, wie Gobert das Spielgeschehen verändert, härtere Würfe erzwingt und die Transition-Möglichkeiten verbessert. Sein Einfluss ist greifbar, auch wenn er sich nicht immer in den Statistiken niederschlägt.

Der Offensiv-Trade-Off

Die offensiven Schwächen von Gobert sind hinlänglich bekannt. Shaquille O’Neal zerriss ihn einmal in seinem Podcast:

“Ich hasse Rudy Gobert, weil dieser Hurensohn… 250 Millionen Dollar verdient und es nicht verdient hat. […]Wenn man so viel Geld verdient, muss man wie ein verdammter großer Mann spielen.”

Das Offensiv-Rating der Timberwolves verbessert sich von 117,6 mit Gobert auf 119,2 ohne ihn. Dennoch bleibt sein Nettoeffekt positiv. Mit ihm auf dem Spielfeld liegt Minnesotas Nettowertung bei +7,85 und gehört damit zu den acht besten Starting Centern der Liga. Ohne ihn stagniert die Nettobewertung des Teams.

Die Kosten für seinen Vertrag

Goberts 35-Millionen-Dollar-Gehalt ist nicht zu unterschätzen, vor allem wenn man bedenkt, was Minnesota für ihn aufgegeben hat. Der Trade kostete sie Patrick Beverley, Malik Beasley, Jarred Vanderbilt, Leandro Bolmaro und vier Erstrundenpicks, darunter die 2023er-Auswahl, die Keyonte George wurde.

Wäre eine Aufstellung um Anthony Edwards, Walker Kessler und George besser? Möglicherweise. Aber Elite-Defensivanker wie Gobert sind rar. Anthony Davis hat mit Verletzungen zu kämpfen, Myles Turner kämpft an den Brettern, und junge Center wie Zach Edey und Kessler haben ihre eigenen Grenzen.

Drei Gründe zum Überdenken

  • Defensive Anchormen sind rar gesät. Nur wenige große Spieler verändern Spiele so wie Gobert.
  • Seine Wirkung besteht nicht nur aus Statistiken. Er verändert die Spielweise des Gegners, auch wenn die Anzeigetafel dies nicht immer widerspiegelt.
  • Er ist nicht derjenige, der zu viel bezahlt hat. Das Front Office der Timberwolves hat den Trade gemacht, den Gobert gerade spielt.

Mit 33 Jahren liefert Gobert immer noch gute Leistungen. Die zweite Saisonhälfte und die Playoffs werden zeigen, ob diese Neubewertung Bestand hat. Im Moment legen die Zahlen nahe, dass es an der Zeit ist, nicht mehr an ihm zu zweifeln.

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