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Robert Kubica führt Ferrari zu historischem Le Mans-Triumph

16.06.2025, 03:37

Le Mans, Frankreich – In einer der mitreißendsten Geschichten des Motorsports, in der es um Mut und Wiedergutmachung geht, hat der Pole Robert Kubica seinen Namen in eine Rennsportlegende gemeißelt, indem er neben dem Chinesen Ye Yifei und dem Briten Philip Hanson den Titel beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2024 holte. Der Ferrari 499P mit der Startnummer 83, der von AF Corse im Rahmen der Ferrari-Werkspartnerschaft eingesetzt wird, siegte nach 387 Runden. Dies bedeutete den dritten Ferrari-Sieg in Folge an der Sarthe und den ersten Gesamtsieg sowohl für Polen als auch für China.

Ein emotionaler Meilenstein für Kubica

Für Kubica war dies nicht nur ein Rennen – es war der Höhepunkt einer Reise, die von Unverwüstlichkeit geprägt war. Der ehemalige F1-Star, der 2011 bei einem Rallye-Unfall schwer verletzt wurde und dem ein Teil seines Unterarms amputiert werden musste, sah seine Karriere in der Königsklasse als beendet an. Doch er kämpfte sich zurück – nur ein Jahr später kehrte er in den Rennsport zurück, und jetzt, 13 Jahre später, hat er die größte Ausdauerprüfung der Welt bezwungen.

FA Corse at Le Mans 2025

“Wir haben es verdient. Glücklich für Ferrari. Drei Jahre in Folge mit drei verschiedenen Crews – das ist unglaublich”, sagte Kubica, nachdem er in der Schlussphase fünf Stints über drei Stunden absolviert hatte. “Ich sollte eigentlich keine fünf Stints am Ende fahren, aber ich habe alles mit kühlem Kopf kontrolliert – keine Fehler. Wir haben es nach Hause gebracht.”

Hypercar-Klasse in ihrer stärksten Ausprägung

Das Rennen 2024 präsentierte die Hypercar-Klasse in Höchstform. Mit acht großen Herstellern, die mit sprintartiger Intensität kämpften, und nur einem Safety-Car-Einsatz, zählte jede Sekunde. Kubicas Ferrari mit der Startnummer 83 überquerte die Ziellinie mit nur 14 Sekunden Vorsprung vor dem Porsche mit der Startnummer 6 von Kevin Estre, Laurens Vanthoor und Matt Campbell. Die Ferrari mit den Startnummern 51 und 50 folgten dicht dahinter und sorgten für einen Scuderia-Sweep unter den ersten Vier – alle innerhalb von 30 Sekunden.

Porsches rasantes Comeback

Nach einer gewichtsbedingten Disqualifikation im Qualifying startete Estre von ganz hinten und entfachte einen Sturm. Als Roger Federer die Startflagge schwenkte, fuhr der Porsche mit der Startnummer 6 innerhalb von zwei Stunden auf den dritten Platz vor und machte während des 24-Stunden-Rennens ständig Druck auf Ferrari. Zeitweise übernahm Porsche sogar die Führung – doch Ferraris Tempo, Ausdauer und strategische Gelassenheit erwiesen sich in den letzten Stunden als entscheidend.

Porsche at Le Mans 2025

Drama auf den Rängen

Ironischerweise kam die größte Bedrohung für Ferrari aus den eigenen Reihen. Über weite Strecken des Rennens sah es so aus, als ob die Werkswagen auf dem Weg zum Ruhm wären – vor allem der Wagen mit der Startnummer 51, angeführt von Alessandro Pier Guidi. Doch knapp vier Stunden vor Schluss drehte sich Pier Guidi in der Boxenschikane ins Kiesbett – ein kleiner Fehler mit großen Folgen. Der Fehltritt öffnete die Tür für die Nr. 83, die nie zurückblickte.

Die Spannung blieb hoch, als sich der Porsche mit der Startnummer 6 auf den zweiten Platz zurückkämpfte und eine atemberaubende Schlussoffensive startete. Doch Kubica, der Kämpfer, blieb eiskalt unter Druck und lieferte ein fehlerfreies Finale in einem der engsten Zieleinläufe der modernen Le Mans-Geschichte.

Klassensieger und Meilensteine

In der LMP2-Kategorie siegte der Inter Europol Competition Oreca von Tom Dillmann, Jakub Smiechowski und Nick Yelloly. In der LMGT3-Kategorie holte sich die Manthey-Porsche-Crew mit Richard Lietz, Riccardo Pera und Ryan Hardwick den Sieg und rundete damit einen dramatischen Tag unter französischem Himmel ab.

Ein Ferrari-Erbe wird bestätigt

Auch wenn die italienische Marke auf einen Sieg des Werksteams gehofft haben mag, so war es doch ein Ferrari, der triumphierte – und zwar auf spektakuläre Weise. Seit dem Wiedereinstieg in die Hypercar-Arena im Jahr 2023 nach 50-jähriger Abwesenheit hat das tänzelnde Pferd nun drei Le-Mans-Siege in Folge errungen – ein Kunststück, das es seit der goldenen Ära von 1960 bis 1965 nicht mehr gegeben hat. Diese Geschichte ist nun um ein weiteres unvergessliches Kapitel reicher.

Für Robert Kubica war es nicht nur ein Sieg. Es war eine Bestätigung, eine Wiederherstellung und – vor allem – die Erfüllung eines Schicksals, das einst entgleist war und nun mit Herz, Pferdestärken und Geschichte nach Hause gefahren wird.

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