Das Spiel Arsenal gegen Liverpool im Emirates ist eine der Partien, die den Verlauf der Saison bestimmen könnten. Der Kontrast in der Vorbereitung könnte kaum größer sein. Arsenals Cheftrainer Mikel Arteta kann endlich wieder auf einen halbwegs gesunden Kader zurückgreifen, während Liverpools Trainer Arne Slot im Norden Londons auf einige wichtige Angreifer verzichten muss.
Im Folgenden werden die voraussichtlichen Aufstellungen für das Spiel Arsenal gegen Liverpool aufgeschlüsselt und die taktische Logik hinter jeder Auswahl sowie die wichtigsten Entscheidungen, die beide Trainer treffen müssen, beleuchtet
Voraussichtliche Aufstellung von Arsenal (4-3-3)
Raya; Timber, Saliba, Gabriel, Hincapie; Odegaard, Zubimendi, Rice; Saka, Gyokeres, Trossard
Die Viererkette des FC Arsenal wirkt langsam wieder gefestigt, und diese Stabilität war in letzter Zeit entscheidend für die Konstanz der Mannschaft. David Raya steht weiterhin zwischen den Pfosten, während William Saliba und Gabriel Magalhães eines der dominantesten Innenverteidigerpaare der Liga bleiben.
Auf der linken Abwehrseite wird Piero Hincapie voraussichtlich den Vorzug erhalten, obwohl Myles Lewis-Skelly eine echte Alternative darstellt. Die defensive Zuverlässigkeit des Ecuadorianers könnte gegen Liverpools Rechtsverteidiger den Ausschlag geben.
Im Mittelfeld ist Artetas bevorzugtes Trio nun klar. Declan Rice war in den letzten Wochen herausragend und hat neben seiner gewohnten defensiven Kompetenz auch Torgefahr und Ballbesitzstärke bewiesen. Neben ihm sorgt Martin Zubimendi für Kontrolle und Ruhe, so dass Martin Ødegaard das Tempo diktieren und aggressiv nach vorne pressen kann.
Trotz des Drucks von Mikel Merino ist die Ausgewogenheit dieses Mittelfeldtrios schwer zu ignorieren, insbesondere gegen eine Liverpooler Mannschaft, die wahrscheinlich in Übergängen verteidigt.
Im Sturm sind Bukayo Saka und Leandro Trossard bereit, nach ihrer Pause gegen Bournemouth zurückzukehren. Vor allem Saka will Geschichte schreiben und der erste Arsenal-Spieler werden, der in vier aufeinanderfolgenden Heimspielen gegen Liverpool ein Tor erzielt hat.
Vorne wird Viktor Gyökeres voraussichtlich seinen Platz behalten. Er ist zwar nicht torgefährlich, aber seine körperliche Präsenz und seine ständigen Läufe nach hinten könnten Virgil van Dijk und Ibrahima Konaté überfordern. Gabriel Jesus macht Druck, aber Arteta könnte erneut auf Gyökeres’ Fähigkeit vertrauen, Liverpools Defensivreihe zu stören
Liverpools voraussichtliche Aufstellung (4-2-3-1)
Alisson; Bradley, Konate, Van Dijk, Kerkez; Mac Allister, Gravenberch; Szoboszlai, Wirtz, Jones; Gakpo
Liverpools Verletztenliste gibt weiterhin den Ton an. Da Mohamed Salah bei der AFCON weilt und Alexander Isak ausfällt, müssen die Reds ohne ihre explosivsten Offensivkräfte auskommen.
Die Viererkette stellt sich weitgehend von selbst auf. Conor Bradley wird weiterhin als Rechtsverteidiger auflaufen, während Milos Kerkez aufgrund seiner Schnelligkeit im Spiel gegen Saka den Vorzug vor Andy Robertson auf der linken Seite erhalten könnte.
Im zentralen Mittelfeld werden Alexis Mac Allister und Ryan Gravenberch voraussichtlich tief stehen und die Aufgabe haben, Arsenals Pressing standzuhalten und schnelle Übergänge einzuleiten. Vor ihnen wird das Arbeitstempo von Dominik Szoboszlai entscheidend sein. Seine Defensivarbeit könnte entscheidend sein, um zu verhindern, dass Rice und Trossard den linken Kanal von Arsenal dominieren.
Florian Wirtz dürfte trotz einer leichten Oberschenkelblessur in der Startelf stehen und zwischen den Linien agieren. Curtis Jones dürfte ihn mit intelligenten Bewegungen ergänzen und dafür sorgen, dass Liverpool im Ballbesitz flüssig bleibt.
Da Hugo Ekitike mit Muskelproblemen zu kämpfen hat und nicht voll trainieren kann, wird Cody Gakpo nach seinem Treffer gegen Fulham wohl wieder in der Startelf stehen. Jeremie Frimpong bleibt eine Alternative auf der rechten Seite, aber Slot könnte in einem Spiel, in dem viel auf dem Spiel steht, die Kontrolle dem Chaos vorziehen
Schlussgedanken
Dieses Spiel könnte letztendlich durch die Tiefe des Kaders entschieden werden. Arsenals Optionen auf der Bank – darunter Gabriel Martinelli, Kai Havertz, Eberechi Eze und Noni Madueke – bieten Arteta mehrere Möglichkeiten, das Spiel spät zu verändern. Liverpool hingegen könnte wieder einmal auf junge Talente angewiesen sein, wenn das Spiel gegen sie kippt.
Mit dem Momentum, dem Heimvorteil und der besseren Verfügbarkeit scheint Arsenal auf dem Papier besser aufgestellt. Aber wie immer in dieser Rivalität werden die Feinheiten, die taktische Disziplin und die Momente der individuellen Qualität alles entscheiden.
