Die Aussicht auf ein Worst-Case-Szenario wird sehr real: Mohamed Salah könnte bereits sein letztes Spiel für Liverpool bestritten haben. Was einst undenkbar schien, ist nun eine reale Möglichkeit, und die kommenden Tage werden darüber entscheiden, ob sich die ikonische Zeit des ägyptischen Stürmers in Anfield einem abrupten Ende nähert.
Sollte Salah gehen, steht Liverpool sofort vor zwei großen Dilemmas – die Struktur seines Abgangs und die Identität des Spielers, der die Lücke füllen kann, die einer der stärksten Stürmer der Premier League hinterlässt.
Seine Zukunft ist nach einem turbulenten Interview nach dem 3:3-Unentschieden gegen Leeds United in Gefahr geraten. Salah, der frustriert war, weil er auf der Bank saß, behauptete, er sei “vor den Bus geworfen” worden, und deutete offen an, dass seine Beziehung zu Arne Slot zerbrochen sei. Der Ärger war so groß, dass er aus dem Champions-League-Kader des FC Liverpool für das Spiel gegen Inter Mailand gestrichen wurde.
Slot hat unterdessen seine Verwirrung darüber zum Ausdruck gebracht, wie die Situation so stark eskalieren konnte. Diejenigen, die dem Manager nahe stehen, beschreiben ein Gefühl der Ungläubigkeit – nicht der Feindseligkeit – während er versucht, Salahs Beschwerden zu verstehen.
Ob Salah wirklich glaubt, dass es eine Agenda gegen ihn gibt oder ob es sich einfach um einen Bruch in einer angespannten Beziehung handelt, bleibt ungewiss. Klar ist jedoch, dass sich Liverpool nun mit einer destabilisierenden Geschichte zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt konfrontiert sieht.
Die nächsten paar Tage werden entscheidend sein. Wenn Salah bleiben soll, muss er seine öffentlichen Äußerungen revidieren. Wenn er die Bereitschaft zeigt, die Beziehung zu reparieren, gibt es immer noch einen Weg nach vorne. Doch am Dienstagabend gaben interne Quellen zu, dass es unklar ist, ob Slot ihn für das Spiel gegen Brighton am Wochenende wieder in den Kader berufen wird – sein letztes Spiel vor dem Abflug zur AFCON.

Mohamed Salah. Quelle: Irish Independent
Um das Gefühl der Endgültigkeit noch zu verstärken, hat Salah angedeutet, dass seine Mutter dem Spiel beiwohnen wird, was darauf hindeutet, dass dies sein Abschiedsspiel im Trikot des FC Liverpool sein könnte.
Einige im Verein geben zu, dass er möglicherweise bereits sein letztes Spiel unter Slot bestritten hat, es sei denn, es kommt in den nächsten 72 Stunden zu einer deutlichen Veränderung des Dialogs und der Einstellung.
Wie von Flashscore zuerst hervorgehoben, hat die Ungewissheit die Erwartungen erhöht, dass Salah der nächste Weltstar sein könnte, der nach Saudi-Arabien wechselt – ein Ergebnis, das nun intern als ein realistisches Szenario für den Januar angesehen wird.
Der finanzielle Aspekt verkompliziert die Angelegenheit. Da Salah nicht in Form ist und sich nun mit dem Verein zerstritten hat, ist Liverpools Verhandlungsposition geschwächt. Die saudischen Klubs, die früher bereit waren, die Ablösesummen in die Höhe zu treiben, sind konservativer geworden und konzentrieren ihre Ausgaben stattdessen auf die Spielergehälter.
Eine noch drastischere Möglichkeit ist nicht auszuschließen: eine Vertragsauflösung, die an Cristiano Ronaldos Ausstieg bei Manchester United nach seinem brisanten Interview mit Piers Morgan im Jahr 2022 erinnert. Salahs Kommentare sind zwar nicht identisch, klingen aber ähnlich – und wenn sich die Beziehungen weiter verschlechtern, könnte Liverpool gezwungen sein, einen noch nie dagewesenen Schritt zu erwägen.
Slot muss auch die Auswirkungen auf seine Autorität bedenken. Die Wiedereingliederung wird schwierig, wenn ein hochrangiger Spieler öffentlich die Richtung des Vereins in Frage stellt. Salah seinerseits ist sich bewusst, dass ein Wechsel nach Saudi-Arabien ihm rund 150 Millionen Pfund pro Jahr einbringen könnte, obwohl er mit 400.000 Pfund pro Woche Liverpools bestbezahlter Star bleibt.
Ob eine Ausstiegsstrategie zu einer ernsthaften Diskussion wird, hängt ganz davon ab, ob es gelingt, wieder Brücken zu bauen. Im Moment sieht das immer unwahrscheinlicher aus.
Sollte Salah gehen, wird erwartet, dass Liverpool sein Augenmerk auf Antoine Semenyo von Bournemouth richtet, der mit rund 65 Millionen Pfund bewertet wird und Berichten zufolge offen für einen Wechsel ist. Aber diese Entscheidung hängt davon ab, was in der unmittelbaren Zukunft passiert – eine Zukunft, die von Ungewissheit getrübt ist.
Die nächsten Tage werden alles bestimmen: Salahs Rolle, Liverpools Pläne und die Richtung des Januarfensters. Für den Moment bleiben alle Optionen auf dem Tisch.


