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Hat sich Italien für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert?

26.02.2026, 08:56

Der viermalige Weltmeister erlebt den Albtraum – wieder und jetzt endgültig.

Italien ist unter Luciano Spalletti mit dem festen Glauben in die Qualifikation gegangen, dass die Peinlichkeiten von 2018 und 2022 hinter ihnen liegen – nur um dann auf die denkbar schlechteste Weise Geschichte zu schreiben. Italien ist der erste ehemalige Weltmeister, der drei Weltmeisterschaften in Folge verpasst hat. Die Gruppenphase verlief nicht nach Plan, Norwegen deckte die eigenen Grenzen gnadenlos auf, und die Play-offs verlängerten die Qualen nur, bevor sie ein vernichtendes Endurteil brachten.

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UEFA-Gruppe I: Wo es anfing zu kollabieren

Italien beendete die UEFA-Gruppe I mit 18 Punkten (6 Siege, 2 Niederlagen) auf dem zweiten Platz, hinter einer dominanten norwegischen Mannschaft, die sich mit einer perfekten Bilanz von 24 Punkten die direkte Qualifikation sicherte.

Der Schaden wurde in den beiden entscheidenden Spielen gegen Norwegen angerichtet – Spiele, die taktische Schwächen und defensive Verwundbarkeit offenlegten.

Norwegen 3-0 Italien (6. Juni 2025 – Oslo)

Norwegen setzte sich früh durch. Alexander Sørloth eröffnete den Torreigen in der 14. Minute mit einem abgefälschten Schuss. Antonio Nusa verdoppelte die Führung in der 34. Minute mit einem fulminanten Sololauf, und Erling Haaland erhöhte noch vor der Halbzeit auf 3:0. Italien war in jeder Hinsicht die zweitbeste Mannschaft.

Italien 1-4 Norwegen (16. November 2025 – San Siro)

Zu Hause in Mailand gab Italien kurzzeitig Anlass zur Hoffnung. Francesco Pio Esposito brachte die Azzurri in der 11. Minute mit 1:0 in Führung. Doch Norwegens zweite Halbzeit war verheerend: Nusa glich aus, Haaland traf zweimal kurz hintereinander (78′, 79′), und Jørgen Strand Larsen besiegelte in der Nachspielzeit die 1:4-Demütigung. Zwei Spiele. Sieben Tore kassiert. Null Punkte

UEFA Play-Offs: So knapp, so grausam

Halbfinale – 26. März: Italien – Nordirland 2:0 (Bergamo)

Mit einem Sieg über Nordirland in Bergamo zog Italien ins Finale ein. Es war nicht gerade eine Glanzleistung, aber sie haben es geschafft und sich eine Reise nach Bosnien und Herzegowina für das Entscheidungsspiel verdient.

Finale – 31. März: Bosnien und Herzegowina 1:1 Italien (AET) – Bosnien gewinnt 4:1 im Elfmeterschießen (Zenica)

Der viermalige Weltmeister Italien verpasste seine dritte WM-Teilnahme in Folge, nachdem er in Zenica im Elfmeterschießen gegen Bosnien und Herzegowina verloren hatte.

Moise Kean brachte Italien in der 15. Minute in Führung, als er einen schönen Schuss von der Strafraumgrenze ins Tor setzte. Doch die Italiener mussten mit zehn Mann weiterspielen, nachdem Alessandro Bastoni wegen eines groben Fouls die rote Karte sah und Bosnien damit eine klare Torchance verwehrte. Haris Tabakovic erzielte in der 79. Minute den Ausgleich für Bosnien, und das Spiel ging in die Verlängerung, bevor Bosnien im Elfmeterschießen mit 4:1 gewann.

Esmir Bajraktarevic verwandelte den entscheidenden Elfmeter und versetzte die bosnischen Zuschauer in Zenica in einen Freudentaumel

Warum hat sich Italien so schwer getan?

Taktische Unausgewogenheit

Unter Spalletti – und später unter Gennaro Gattuso, der die Mannschaft für die Playoffs übernommen hatte – hatte Italien Probleme, gegen Spitzenmannschaften Kreativität zu entwickeln. Gegen Norwegens Tempo und direktes Umschaltspiel fehlte es dem Mittelfeld an vertikaler Durchschlagskraft. Gegen Bosnien erwies sich der Rauswurf von Bastoni als fataler Wendepunkt

Ineffiziente Torausbeute

Italien war zwar in der Lage, Gegner aus dem Mittelfeld zu schlagen, versäumte es aber, die entscheidenden Chancen in den entscheidenden Momenten zu nutzen. Das Fehlen eines konstanten Weltklassestürmers in Topform ist seit der Ära nach 2006 ein immer wiederkehrendes Problem

Strukturelle Schwäche in der Entwicklung

Das tiefere Problem geht über eine einzelne Kampagne hinaus. Das Jugendsystem des italienischen Fußballs hat es schwer, sich zu modernisieren. Die Akademien haben oft kurzfristigen Ergebnissen den Vorrang vor der technischen Entwicklung gegeben, und die Vereine der Serie A setzen zunehmend auf ausländische Importe statt auf einheimische Talente. Das Ergebnis ist, dass es immer weniger italienische Spitzenspieler gibt, die bereit sind, auf der internationalen Bühne zu spielen

Finanzielle und institutionelle Herausforderungen

Die italienischen Vereine sind hoch verschuldet, was die Investitionen in die Infrastruktur und die Nachwuchsförderung einschränkt. Die veralteten Stadien, die sich in kommunalem Besitz befinden, verringern die kommerziellen Einnahmen im Vergleich zu denen der Premier League oder der Bundesliga. Der FIGC wurde für seine langsamen Strukturreformen weithin kritisiert, und diese Kombination aus wirtschaftlicher Belastung, kulturellem Konservatismus und taktischer Stagnation hat zu dem beigetragen, was viele jetzt als Italiens verlorene Ära bezeichnen – nicht nur als verlorene Generation

Was kommt als Nächstes?

Italiens letzte WM-Teilnahme war 2014, und der letzte Turniersieg datiert aus dem Jahr 2006, als der heutige Trainer Gennaro Gattuso selbst zum Kader der Nationalmannschaft gehörte. Die dreimalige Abwesenheit von der größten Bühne des Fußballs in Folge erfordert nun ein grundlegendes Umdenken auf allen Ebenen des italienischen Fußballs. Ohne strukturelle Reformen in der Jugendförderung, der taktischen Entwicklung und der Verbandsführung stellt sich nicht mehr die Frage, ob sich die Azzurri für die nächste Weltmeisterschaft qualifizieren können, sondern ob sie bis 2030 eine ganze Fußballkultur neu aufbauen können.

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