Die vierte Etappe der Tour de France 2026 lieferte ein weiteres Kapitel in einer für die Ausreißerspezialisten bisher faszinierenden ersten Woche. Trek schickte mehrere Fahrer in die Ausreißergruppe des Tages – eine Strategie, die ganz darauf abzielte, Mads Pedersen den Etappensieg zu ermöglichen. Es erwies sich als eine gut umgesetzte Teamleistung, bei der Trek die Ausreißergruppe von Anfang bis Ende kontrollierte. Allerdings hatte nicht jeder Fahrer im Rennen das gleiche Glück. Sowohl O’Brien als auch Jaikualula kamen außerhalb des Zeitlimits ins Ziel und sind folglich aus der Gesamtwertung ausgeschieden.
Wie weithin erwartet, nutzten die Anwärter auf die Gesamtwertung die Etappe als Erholungstag und kamen gemeinsam mit einem Rückstand von rund 13 Minuten auf das Hauptfeld ins Ziel. Diese Vorgehensweise führte zu einer erheblichen Umordnung in der Gesamtwertung. Soren Waerenskjold liegt nun an der Spitze des Rennens, dicht gefolgt von Sean Quinn und Mads Pedersen in der Gesamtwertung. Tadej Pogacar hingegen liegt fast acht Minuten zurück – ein Rückstand, der die bewusste Entscheidung seines Teams widerspiegelt, die Ausreißergruppe ungehindert davonziehen zu lassen. Pedersens starke Leistung auf dieser Etappe brachte ihm zudem das grüne Trikot für die Punktewertung ein, während Boudat weiterhin das gepunktete Trikot in der Bergwertung hält.
5. Etappe: Die Strecke und ihre Herausforderungen
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die fünfte Etappe, eine kürzere Strecke von 158 Kilometern, die den reinen Sprintern die erste echte Chance bietet, zu glänzen. Trotz ihrer bescheidenen Länge ist die Etappe nicht ohne Komplikationen. Die Fahrer müssen eine anspruchsvolle Abfolge von drei kurzen, steilen Anstiegen bewältigen, die etwa 26 Kilometer vor der Ziellinie liegen: einen Kilometer mit 7 Prozent Steigung, 600 Meter mit 8,6 Prozent und eine abschließende ein Kilometer lange Steigung mit 9 Prozent. Dieses Anstiegstrio ist zwar kurz, kommt aber spät genug in der Etappe, um einige Fahrer dazu zu verleiten, ihr Glück mit einem Angriff zu versuchen.
Mathieu van der Poel ist ein Name, der auf diesem Terrain als potenzieller Opportunist hervorsticht, und wenn er sich an diesem Tag stark fühlt, könnte er der Fahrer sein, der am ehesten einen späten Ausreißversuch wagt. Angesichts eines schnell aufholenden Hauptfelds und noch verbleibender 26 Kilometer nach den Anstiegen ist es jedoch wahrscheinlicher, dass das Hauptfeld gefährliche Ausreißversuche wieder einholt und es zu einem Massensprint kommt.

Quelle: procyclingstats.com
Favoriten für die Etappe
Laut den Wettquoten zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels geht Tim Merlier als klarer Favorit in die Etappe. Auch eine Reihe weiterer schneller Sprinter und vielseitiger Fahrer sollte man genau im Auge behalten:
- Merlier bei Soudal Quick-Step
- Ganna oder Hodon bei Ineos
- Van der Poel oder Philipsen bei Alpecin-Fenix
- Bitner bei BikeExchange-Jayco
- Ballerini bei Astana
- Matthews bei Jayco und Pedersen bei Lidl-Trek
- Girmay bei Intermarché-Wanty
- Waerenskjold bei Uno-X
- Frison bei Cofidis
- Gaviria bei Caja Rural
- Declercq bei TotalEnergies
- Olav Kooij bei Jumbo-Visma
Was die Sternebewertung für diesen Tag angeht, gelten Merlier und Philipsen als die Top-Favoriten mit vier Sternen. Pedersen und Kooij folgen mit jeweils drei Sternen. Girmay, Frison und Declercq erhalten jeweils zwei Sterne, während Mathieu van der Poel, Waerenskjold und Bitner die Liste mit jeweils einem Stern abrunden.
Wettquoten für die fünfte Etappe
Die Wettmärkte spiegeln eine ähnliche Hierarchie wider: Merlier und Philipsen gelten als die beiden wahrscheinlichsten Etappensieger, gefolgt von einer Verfolgergruppe unter der Führung von Girmay und Kooij.
| Auswahl | Einsatz | BC.Game | Bet365 |
|---|---|---|---|
| Tim Merlier | 2,63 | 2,85 | 3,00 |
| Jasper Philipsen | 3,50 | 3,25 | 3,75 |
| Biniam Girmay | 4,33 | 5,25 | 6,00 |
| Olav Kooij | 5,50 | 5,75 | 5,50 |
| Mads Pedersen | 15,00 | 19,00 | 17,00 |
| Milan Fretin | 34,00 | 51,00 | 51,00 |
| Mathieu van der Poel | 29,00 | 34,00 | 51,00 |
| Max Kanter | 51,00 | 81,00 | 34,00 |
| Soren Waerenskjold | 81,00 | 81,00 | 67,00 |
| Arvid De Kleijn | 100,00 | 81,00 | 100,00 |
| Fernando Gaviria | 100,00 | 81,00 | 81,00 |
| Dorian Godon | 100,00 | 81,00 | 100,00 |
| Mathias Vacek | 67,00 | 81,00 | 125,00 |
Zusammenfassung
- Etappenlänge: 157,99 km, flaches Gelände, erste echte Bewährungsprobe für die Sprinterteams
- Gesamthöhenmeter: ca. 1.505 m
- Größte Herausforderung: eine Abfolge von drei kurzen Anstiegen 26 km vor dem Ziel (1 km mit 7 % Steigung, 600 m mit 8,6 % Steigung, 1 km mit 9 % Steigung)
- Zeitplan: Start um 14:15 Uhr MEZ, voraussichtliche Zielankunft zwischen 17:37 und 17:56 Uhr MEZ in Pau
- Favorit auf den Sieg: Tim Merlier (gemäß der Sternebewertung in dieser Vorschau; auch die Wettmärkte sehen ihn als knappen Favoriten vor Jasper Philipsen)
- Prognostiziertes Podium: 1. Jasper Philipsen, 2. Tim Merlier, 3. Coquard
Da sich die Gruppe der Gesamtführenden damit begnügt, sich zurückzuhalten und ihre Positionen aus der Voretappe zu verteidigen, dürfte die fünfte Etappe für die Ausreißer eine seltene Formalität sein, bevor die Sprinter wieder die Kontrolle übernehmen. Das Trio aus kurzen, steilen Anstiegen 26 km vor dem Ziel wird nicht lang genug sein, um die stärksten Sprinter in Bedrängnis zu bringen, könnte aber gerade ausreichen, um die Beine einiger schneller Sprinter zu schwächen und einem Puncheur wie Van der Poel die Möglichkeit zu geben, etwas zu versuchen, bevor das heranrasende Hauptfeld die Gruppe in Pau unweigerlich wieder zusammenführt.