Italiens Kampf um einen Platz bei der Weltmeisterschaft
Italien befindet sich in einer prekären Lage und steht kurz davor, zum dritten Mal in Folge die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft zu verpassen. Der viermalige Weltmeister, der zuletzt 2014 an der WM teilnahm, kämpft in seiner Qualifikationsgruppe ums Überleben.
Die Azzurri sind derzeit Zweiter ihrer Gruppe und haben drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Norwegen. Das entscheidende Spiel gegen Norwegen findet am Sonntag im San Siro statt. Die Aufgabe für Italien ist jedoch gewaltig – sie müssen mit neun Toren Vorsprung gewinnen, um sich aufgrund der besseren Tordifferenz Norwegens automatisch zu qualifizieren.
Dieses Szenario schafft die Voraussetzungen für eine wahrscheinliche Teilnahme an den Playoffs, ein Weg, der für Italien in der jüngsten Vergangenheit mit viel Herzschmerz verbunden war. Im Jahr 2018 verloren sie mit 0:1 gegen Schweden, und 2022 mussten sie eine demütigende 0:1-Niederlage zu Hause gegen Nordmazedonien hinnehmen, die ihre Hoffnungen auf eine Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Katar zunichte machte.
Die Weltmeisterschaft vergrößern, Italiens Spielraum für Fehler schrumpfen lassen
Bei der Weltmeisterschaft 2026, die gemeinsam von Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten ausgerichtet wird, wird es ein erweitertes Teilnehmerfeld von 48 Nationen geben. Doch auch wenn mehr Mannschaften teilnehmen, steht für Italien weiterhin viel auf dem Spiel.
James Horncastle, ein italienischer Fußballjournalist, bemerkte im Euro Leagues-Podcast: “Selbst mit einer erweiterten Weltmeisterschaft, die größer sein wird als je zuvor, wäre es für Italien eine Katastrophe, wenn es nicht teilnehmen würde – es wurde als apokalyptisch bezeichnet, als sie es 2017 das erste Mal verpassten, ich weiß nicht, in welchem Stadium der Apokalypse wir uns jetzt befinden.”
Vom Ruhm zur Verzweiflung: Italiens jüngste Geschichte
Der letzte große Triumph Italiens war der Gewinn der Europameisterschaft 2021. Die WM-Kampagne der Italiener war jedoch eine Reihe von Rückschlägen. Die Qualifikation begann katastrophal mit einer 0:3-Niederlage gegen Norwegen, woraufhin Trainer Luciano Spalletti öffentlich seinen Rücktritt ankündigte, obwohl er noch ein weiteres Spiel bestritt.
Unter dem neuen Trainer Gennaro Gattuso zeigte sich Italien von seiner besten Seite und schoss in den ersten fünf Spielen 18 Tore. Gattusos Trainerkarriere verlief jedoch holprig, mit kurzen Stationen bei Fiorentina, Valencia, Marseille und zuletzt Hajduk Split.
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Ein Kampf um Erlösung
Trotz der Herausforderungen hat Gattuso der Mannschaft Kampfgeist eingeflößt. Seine Mannschaft hat einen unermüdlichen Offensivdrang an den Tag gelegt, auch wenn die taktische Naivität und die Schwächen in der Defensive zu bemängeln sind.
Mina Rzouki, eine weitere italienische Fußballjournalistin, merkte an: “Die Spieler spielen für ihn und bewundern, was er mit der italienischen Nationalmannschaft erreicht hat” Dennoch warnte sie: “Die Mannschaft hat kein Gleichgewicht… sie ist leichtsinnig und wirkt manchmal taktisch naiv.”
Während sich Italien auf das entscheidende Spiel gegen Norwegen vorbereitet, ist der Druck groß. Eine Niederlage könnte die Italiener in die Playoffs bringen, wo ihre WM-Träume in der Vergangenheit schon einmal geplatzt sind. Für eine Nation mit einem so reichen fußballerischen Erbe könnte der Einsatz nicht höher sein.


