Manchester Citys Wiederaufstieg unter Guardiola
Zur Halbzeit der Saison liegt Manchester City nur zwei Punkte hinter dem Tabellenführer der Premier League, Arsenal, und beide Teams haben 12 Siege aus 17 Spielen geholt. Nach dem dritten Platz in der letzten Saison – ein krasser Gegensatz zu den sechs Titeln in sieben Jahren – und einem wackeligen Start in diese Saison hat Pep Guardiola seine Mannschaft wieder zu einem Titelanwärter gemacht.
Guardiolas Mannschaften sind für ihre taktische Flexibilität bekannt, und diese Saison bildet da keine Ausnahme. Die aktuelle Aufstellung ist anders als alles, was wir bisher von Man City gesehen haben, und verbindet neue Ideen mit der Philosophie des Trainers.
Die Entwicklung von Citys Taktik
Guardiolas jüngste Aufstellung zeichnet sich durch ein flüssiges System aus, bei dem Tijjani Reijnders gelegentlich für Jeremy Doku einspringt und Phil Foden auf die linke Seite rückt. Die Wechsel spiegeln Guardiolas Anpassungsfähigkeit wider, der seine Herangehensweise an die Stärken seiner Spieler anpasst, anstatt sich starr an ein vorgegebenes System zu halten.
Außenverteidiger neu definiert
In dieser Saison wurden Nico O’Reilly und Matheus Nunes als Außenverteidiger eingesetzt, die dank ihrer Athletik sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung große Distanzen überwinden können. Ihre Körperlichkeit ermöglicht es ihnen, Zweikämpfe zu dominieren und sich bei Gegenangriffen schnell zu erholen, während sie gleichzeitig hoch in den Strafraum vordringen.
Wenn sie in die Breite spielen, können die Flügelspieler von City in die Mitte ziehen, eine Taktik, die sich als sehr effektiv erwiesen hat. Oder sie überlagern die Flügelspieler und machen sie unberechenbar. Vor allem O’Reilly hat ein Händchen für späte Läufe in den Strafraum bewiesen, bei denen er den Raum ausnutzt, den die gegnerischen Flügelspieler, die ihn verfolgen sollen, hinterlassen.
Flügelspieler mit kreativer Freiheit
Guardiola hat Spielern wie Doku, Rayan Cherki und Foden die Erlaubnis erteilt, sich im Zentrum zu bewegen, um ein engeres Zusammenspiel zu fördern. Diese Verlagerung macht sich ihre technischen Fähigkeiten zunutze, wie Andoni Iraola, Trainer von Bournemouth, nach der 1:3-Niederlage gegen City betonte: “Selbst wenn man eng steht und ihnen nicht viele Räume lässt, können Cherki und Foden One-Touch spielen. [Their]die Koordination ist erstaunlich.”
Diese zentrale Verdichtung zieht die Verteidiger nach innen und schafft so Raum für Nunes und O’Reilly, der von den Außenverteidigern genutzt werden kann. Außerdem wird dadurch das Pressing und die Rückeroberung des zweiten Balls verbessert, während Erling Haaland in der Nähe Möglichkeiten hat, das Spiel nach langen Bällen zu verbinden.
Eine Verschiebung des Spielstils
Traditionell legen Guardiolas Teams den Schwerpunkt auf Ballbesitz und kontrollierten Spielaufbau. In dieser Saison ist jedoch ein deutlicher Anstieg der schnellen Umschaltaktionen zu beobachten. City hat mehr Tore aus schnellen Kontern erzielt als in den beiden vorangegangenen Spielzeiten zusammen und führt die Liga mit 27 solchen Toren an.
Diese Anpassung ist zum Teil auf die Stärken der Mannschaft zurückzuführen – Haaland, Foden, Reijnders und O’Reilly sind bei schnellen Angriffen sehr erfolgreich -, aber auch eine Reaktion auf den zunehmenden Trend zum intensiven Mann-gegen-Mann-Pressing. Durch das direkte Spiel umgeht City den Druck des Gegners und nutzt den Raum weiter oben auf dem Spielfeld.
Die Ankunft von Cherki hat die Kreativität in der Tiefe erhöht und den Weggang von Kevin De Bruyne kompensiert, indem er prägnante Pässe zu den Läufern in der Tiefe spielte.
Guardiolas unnachgiebige Standards
Obwohl Guardiola sieben der letzten acht Ligaspiele gewonnen hat, ist er noch nicht zufrieden. Nach dem 3:0-Sieg gegen West Ham kritisierte er die Aufstellung seiner Mannschaft: “Wenn die Spieler auf ihren Positionen wären, könnten wir mehr schaffen und weniger Gegentore kassieren. [but]Wir haben es nicht getan.”
Er deutete auch den Wunsch an, wieder strukturierter zu spielen, indem er erklärte: “Ich liebe [how much we run], letzte Saison hatten wir das nicht. Aber das reicht nicht, wir müssen besser spielen [so]wir könnten weniger laufen.” Dies deutet darauf hin, dass man sich um mehr Effizienz bemühen will, um die Zahl der Ballverluste und die Arbeitsbelastung in der Defensive zu verringern.
Guardiolas Fähigkeit, Innovation und Kontrolle in Einklang zu bringen, war der Schlüssel zum Erfolg von City. Mit der Rückkehr von Rodri und potenziellen Verstärkungen wie Antoine Semenyo im Januar hat City noch viel vor. Im Moment funktioniert die Neuerfindung, aber das Beste kommt vielleicht erst noch.