Dragan Stojković ist nach der schockierenden 0:1-Heimniederlage gegen Albanien in der WM-Qualifikation offiziell als Trainer der serbischen Nationalmannschaft zurückgetreten. Die Niederlage am Samstag in Leskovac versetzte das Heimpublikum in Erstaunen. Im Stadion herrschte eine gespenstische Stille, als die Fans zusahen, wie ihre Mannschaft auseinanderfiel.
Ein plötzliches Ende einer langen Amtszeit
Der serbische Fußballverband (FSS) bestätigte Stojkovićs Abgang am Sonntag in einer kurzen Erklärung und bedankte sich für seine viereinhalb Jahre an der Spitze.
“Wir danken Dragan Stojković für sein Engagement und seine Leistungen als Cheftrainer unserer Nationalmannschaft. Sein Beitrag wird uns immer in Erinnerung bleiben.“
Stojković reichte unmittelbar nach dem Spiel seinen Rücktritt ein und teilte den Offiziellen mit, dass er “die volle Verantwortung” für das schlechte Abschneiden der Mannschaft übernehmen werde. Zoran Mirković, Trainer der serbischen U21-Nationalmannschaft, wird als Interimstrainer fungieren und die Mannschaft am Dienstag im Spiel der Gruppe K gegen Andorra führen.
Nachdenken über Stojkovićs Erbe
Mit 60 Jahren hinterlässt Stojković ein gemischtes, aber denkwürdiges Erbe. Unter seiner Führung qualifizierte sich Serbien sowohl für die FIFA-Weltmeisterschaft 2022 als auch für die Europameisterschaft 2024 – Erfolge, die dem nationalen Programm nach Jahren der Inkonstanz wieder Stolz verliehen. In seiner aktiven Zeit war Stojković eine Legende und wurde für seine brillanten Leistungen als Mittelfeldspieler bei Roter Stern Belgrad und später bei Marseille und Nagoya Grampus Eight verehrt.
Für viele fühlte sich seine Ernennung im Jahr 2021 wie eine Heimkehr an – eine nationale Ikone kehrt zurück, um sein Land zu führen. Doch der Optimismus verblasste angesichts der ungleichmäßigen Ergebnisse und der wachsenden Frustration der Fans.
Albaniens Triumph, Serbiens Rückschlag
Albaniens historischer Sieg – durch ein Tor von Rey Manaj kurz vor der Halbzeitpause – war mehr als eine Überraschung, es war ein Statement. Durch das Ergebnis schob sich Albanien in der Gruppe K an Serbien vorbei auf den zweiten Platz, nur vier Punkte hinter Tabellenführer England. Manajs überschwänglicher Jubel, zu dem auch eine nationalistische Geste in Richtung Tribüne gehörte, steigerte die Emotionen im Leskovac-Stadion noch weiter.
Für Serbien bedeutete die Niederlage mehr als nur drei verlorene Punkte. Sie war das Symbol für eine Mannschaft, die unter dem wachsenden Druck nicht mehr in der Lage ist, ihren Rhythmus und ihren Glauben zu finden.
Wie geht es für Serbien weiter?
Der serbische Fußballverband (FSS) wird Ende dieser Woche zusammentreten, um über die langfristige Ausrichtung der Nationalmannschaft zu beraten. Die vorübergehende Ernennung von Mirković bietet kurzfristige Stabilität, doch die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger von Stojković hat bereits begonnen. Zu den ersten Gerüchten gehören Marko Nikolić und Vladimir Ivić, die beide europäische Spitzenklubs geführt haben.
Mit Stojkovićs Abgang geht eine Ära zu Ende, die zwar stolze Momente brachte, aber letztlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Da die Qualifikation nun in Gefahr ist, muss sich Serbien schnell neu formieren, um zu verhindern, dass eine weitere schmerzhafte Kampagne verloren geht

