Die Nevada-Kommission hat noch keinen Namen bestätigt, doch die Debatte darüber, wer im Käfig stehen soll, ist bereits lauter als der Kampf selbst
UFC 329: „McGregor vs. Holloway 2“ ist der Hauptkampf der International Fight Week am 11. Juli 2026 in der T-Mobile Arena in Paradise, Nevada – doch je näher der Kampfabend rückt, desto mehr überschattet eine Frage die Vorbereitungen: Wer wird den Kampf leiten? Die Nevada State Athletic Commission hat noch keine offiziellen Schiedsrichterzuweisungen für die Veranstaltung bekannt gegeben, und dieses Schweigen hat der MMA-Community reichlich Raum für Diskussionen gegeben.
Im Mittelpunkt steht Herb Dean, einer der erfahrensten Offiziellen des Sports, dessen jüngste Reihe hochkarätiger Entscheidungen ihn unter eine Beobachtung gestellt hat, wie sie für einen Ringrichter vor einer Co-Hauptkampf-Karte ohne Titelkampf selten zu sehen ist.
Ein historisches Comeback steht im Mittelpunkt der Veranstaltung
Bevor wir uns der Schiedsrichterdebatte zuwenden, sollte man sich vor Augen führen, worum es im Käfig tatsächlich geht. Conor McGregor kehrt zum ersten Mal seit seinem Beinbruch bei der UFC 264 im Juli 2021 zurück und wechselt ins Weltergewicht für einen Rückkampf gegen Max Holloway – der seinerseits zum ersten Mal in der 170-Pfund-Klasse antritt. Die beiden trafen erstmals im August 2013 bei der „UFC Fight Night: Shogun vs. Sonnen“ aufeinander, einem Kampf im Federgewicht zu Beginn ihrer Karrieren, den McGregor durch einstimmigen Punktsieg gewann. Maurício Ruffy wird voraussichtlich als offizieller Ersatzkämpfer fungieren, sollte einer der beiden Kämpfer nicht antreten können.
Es ist eine fünfjährige Pause und ein Wechsel in eine andere Gewichtsklasse, vereint in einem einzigen Kampf – genau die Art von Hauptkampf mit hohem Einsatz und großer Aufmerksamkeit, bei dem die Qualität der Kampfrichterleistung mehr denn je zählt.
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Warum Herb Deans Name plötzlich unter die Lupe genommen wird
Dean hat einige der größten Kämpfe in der Geschichte der UFC geleitet, doch eine Reihe umstrittener Entscheidungen Mitte 2026 hat dazu geführt, dass Fans und Kämpfer gleichermaßen seine Urteilsfähigkeit in Frage stellen. Die Kritik hat sich so weit zugespitzt, dass mittlerweile Online-Petitionen für seine Absetzung im Umlauf sind und mehrere prominente Stimmen aus der MMA-Szene öffentlich seine Regelauslegung hinterfragen.
Der Abbruch bei UFC Freedom 250
Beim Kampf um den Interims-Titel im Schwergewicht auf dem South Lawn des Weißen Hauses im Juni 2026 besiegte Ciryl Gane Alex Pereira durch TKO in der zweiten Runde – ein Kampfende, das sofort heftige Kritik auslöste. Pereira behauptete, Gane habe während der entscheidenden Schlagfolge mehrere illegale Schläge auf seinen Hinterkopf gelandet, und warf Dean öffentlich vor, ihn nicht geschützt zu haben; er ging sogar so weit, mit einer Berufung zu drohen.
Dean reagierte mit einem Erklärvideo, in dem er darauf bestand, dass die Schläge regelkonform in der Nähe des Nackens und des Hinterkopfansatzes – was nach den Unified Rules erlaubt ist – und nicht auf der verbotenen Wirbelsäulenlinie gelandet seien. Der erfahrene Ringrichter „Big“ John McCarthy unterstützte Deans technische Einschätzung des Kampfendes, doch UFC-CEO Dana White verteidigte öffentlich Pereiras Frustration und merkte an, dass Pereira kein Kämpfer sei, der dazu neige, Ausreden zu suchen.
Die unbestraften Fouls bei der UFC in Baku
Zwei Wochen später stand Dean bei der UFC Fight Night 280 in Aserbaidschan erneut im Rampenlicht – diesmal beim Co-Hauptkampf zwischen Shara Magomedov und Michel Pereira. Magomedov beging während des Kampfes mehrere eklatante Fouls – darunter einen Fingerstich ins Auge und wiederholtes Haarziehen, als Pereira am Boden lag –, während Dean eine Warnung nach der anderen aussprach, ohne jemals einen Punkt abzuziehen.
Magomedov gewann schließlich durch eine umstrittene einstimmige Entscheidung, und das Ausbleiben von Konsequenzen zog scharfe Kritik von Analysten wie Brendan Schaub nach sich, der meinte, Dean sei einfach zu zögerlich gewesen, seine Autorität in den Ausgang des Kampfes einzubringen. Auch Pereira hielt sich nicht zurück und bezeichnete Dean nach den Nachwehen von „Freedom 250“ in den sozialen Medien öffentlich als „Feigling“.
Die Beschwerde von Andre Fili
Zu dieser Kritikwelle gesellte sich noch der Federgewichtler Andre Fili, der Dean öffentlich dafür kritisierte, dass er bei seiner Niederlage gegen Vinicius Oliveira eindeutige Schläge auf den Hinterkopf übersehen habe; als Beweis dafür, dass die Schläge nicht geahndet wurden, verwies er auf eine sichtbare Schnittwunde in einer verbotenen Trefferzone. Für Kritiker war dies ein weiterer Beleg für die These, dass Dean in Sachen Kämpfersicherheit nachgelassen habe.
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Was die Kommission tatsächlich sagt
Trotz des Aufruhrs hat die Nevada State Athletic Commission noch nicht bestätigt, wer bei UFC 329 als Ringrichter fungieren wird – und das ist nicht ungewöhnlich. Die Kommission legt die konkreten Ringrichter-Einsätze in der Regel erst kurz vor der Veranstaltung selbst fest, was bedeutet, dass die Debatte um Dean bis zur Kampfwoche andauern könnte, ohne dass eine Lösung gefunden wird.
Wie die Punktrichter den Hauptkampf tatsächlich bewerten werden
Wer auch immer letztendlich im Käfig steht, es lohnt sich zu klären, wie der Kampf von außen gewertet wird. UFC-Kämpfe werden nach den „Unified Rules of MMA“ unter Verwendung des 10-Punkte-Must-Systems bewertet, wobei die Prioritäten bei der Wertung in einer klaren Reihenfolge gelten: zuerst effektive Schläge und Grappling, dann effektive Aggressivität und die Kontrolle über den Octagon dient nur als Tiebreaker, wenn alles andere ausgeglichen ist.
Das bedeutet:
- Saubere, schadensverursachende Schläge wiegen schwerer als bloße Schlagzahl
- Ein Takedown hat nur dann echtes Gewicht bei der Wertung, wenn er zu Kontrolle, Schaden oder einer Submission-Bedrohung führt
- Die Kontrolle über den Octagon ist für die Punktrichter ein letztes Mittel, kein Hauptfaktor
Ein wichtiges Detail für diese spezielle Kampfkarte: McGregor vs. Holloway 2 wird als Nicht-Titelkampf ausgetragen. Die oben genannten Bewertungskriterien gelten zwar wie gewohnt, doch der Kampf ist auf drei Runden angesetzt und nicht auf das für Meisterschaftskämpfe übliche Format von fünf Runden à 25 Minuten.
Was es zu beachten gilt, wenn die Kampfwoche beginnt
Da die Aufnahme in die UFC Hall of Fame am 9. Juli den Auftakt zur International Fight Week bildet, werden sich bis zum Wochenende alle Augen voll und ganz auf die T-Mobile Arena richten. Doch bis die Nevada Commission ihre offiziellen Schiedsrichterzuweisungen bekannt gibt, ist davon auszugehen, dass die Diskussion um Herb Dean parallel zu allen anderen Storylines im Vorfeld von McGregors lang erwartetem Comeback weitergehen wird – eine Erinnerung daran, dass bei einem so großen Kampf die Frage, wer das Geschehen überwacht, fast genauso wichtig sein kann wie die Frage, wer die Schläge austeilt.