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Florian Wirtz: Vom Bundesliga-Wunderkind zu Liverpools kreativem Funken

31.01.2026, 07:13

Florian Wirtz’ Weg von einem Kleinstadtplatz nach Anfield ist eine Geschichte von Beharrlichkeit, Familie und stillem Ehrgeiz. In einem exklusiven Gespräch sprach der 22-jährige deutsche Nationalspieler über seinen langsamen Start in Liverpool, den Druck eines 116 Millionen Pfund teuren Wechsels und die neun Geschwister, die seine Karriere geprägt haben, darunter eine Schwester, die ebenfalls Profifußballerin ist.

Der erste Kick

Wirtz’ früheste Erinnerung an Fußball ist einfach: Er spielte mit seiner Schwester in seiner Heimatstadt. Sein erster Verein, der SV Grün-Weiß Brauweiler, wurde von seinem Vater geleitet, einem Mann, der vom Trainer bis zum sonntäglichen Streichen des Platzes alles machte. “Er war eher streng zu mir”, gibt Wirtz zu. “Aber ich glaube, das hat geholfen.”

Schon als Kind war sein Talent unbestreitbar. “In der Schule oder auf der Straße war ich immer in der Mannschaft mit weniger Spielern. Sie sagten, die andere Mannschaft brauche mehr, um gegen mich zu spielen.” Mit sechs oder sieben Jahren trainierte er sowohl bei Bayer Leverkusen als auch in Köln, doch seine Schüchternheit machte den Wechsel schwierig. “Ich wollte meine Freunde nicht verlassen”, erinnert er sich. “Aber meine Eltern überzeugten mich von besseren Trainern und besseren Mannschaften.”

Geschichte schreiben in Leverkusen

Wirtz’ Aufstieg in Leverkusen verlief kometenhaft. Im Mai 2020 wurde er mit 17 Jahren und 19 Tagen der jüngste Torschütze in der Bundesliga. “Ich habe nur gedacht: ‘Vielleicht kann ich Bundesligaspieler werden'”, sagt er. “Was dann kam, hätte ich mir nicht träumen lassen.”

Dazu gehörte, Rekorde zu brechen, unter Xabi Alonso zu spielen und vor allem Leverkusen 2024 in einer ungeschlagenen Saison zum ersten Bundesliga-Titel überhaupt zu führen. “Das ist das Beste, was ich bisher erreicht habe”, sagt er. “Tolle Leute zu treffen, tolle Spieler… es war unglaublich.”

Die Liverpooler Herausforderung

Als Liverpool im letzten Sommer anrief, stand Wirtz vor einer Entscheidung. “Ich dachte: ‘Das ist der richtige Ort, um besser zu werden.'” Die Botschaften von Virgil van Dijk und Mohamed Salah machten ihm Mut. “Sie haben mich nicht angefleht, zu kommen, aber sie haben mir ein Gefühl für Liverpool gegeben. Virgil sagte, er wäre glücklich, wenn ich kommen würde

Doch der Anfang war nicht leicht. Nach 190 Tagen ohne Tor stand Wirtz auf dem Prüfstand. “Ich wollte sofort erfolgreich sein”, sagt er. “So kam es nicht. Ich musste in meinem Kopf stark bleiben.” Der Durchbruch gelang ihm im Februar mit fünf Toren und fünf Vorlagen in einem Monat. “Jetzt geht es mir viel besser”, grinst er. “Es ist schön, mit Spielern wie Hugo Ekitike zu spielen.”

“Er ist ein toller Typ, eine große Persönlichkeit. Wir haben schon in der Bundesliga gegeneinander gespielt. Er hat mich hier überrascht; ich wusste nicht, dass er so gut ist.”

Leben jenseits des Fußballs

Wirtz’ idealer freier Tag? Padel-Tennis mit Teamkollegen wie Dominik Szoboszlai und Milos Kerkez. “Ich bin nicht so gut”, lacht er. “Aber ich bin besser als Jeremie Frimpong, das weiß er!”

Das Frühstück ist eine weitere Leidenschaft: Rührei, Pfannkuchen und “eine Menge Treibstoff für die Spiele” Sein Hund Zoomer ist ein ständiger Begleiter, obwohl der Name keine Anspielung auf die Paw Patrol ist. “Einfach zufällig”, zuckt er mit den Schultern.

Familienbande

Wirtz ist das jüngste von 10 Geschwistern, eine Dynamik, die er für seine Widerstandsfähigkeit verantwortlich macht. “Jeder kümmert sich um dich. An Geburtstagen oder Weihnachten ist es schön, so viele liebe Menschen zu haben.” Seine Schwester Juliane, Mittelfeldspielerin bei Werder Bremen, ist seine fußballerische Vertraute. “Wir haben jahrelang bei den gleichen Vereinen gespielt, Brauweiler, Köln, Leverkusen. Jetzt schauen wir uns gegenseitig die Spiele an und schreiben uns Glückwünsche.”

Ihre Verbundenheit geht über das Spielfeld hinaus. “Sie hat eine tolle Saison. Ich bin stolz auf sie.”

Das nächste Ziel

Auf die Frage, was er als nächstes erreichen möchte, zögert Wirtz nicht: “Weltmeister.” Die Weltmeisterschaft 2026 rückt näher, und er macht sich keine Illusionen. “Es wird schwierig werden, aber wir fahren alle dorthin, um zu gewinnen

Im Moment konzentriert er sich auf Liverpools Vorstoß in die Premier League. Nach einem holprigen Start hat Wirtz endlich seinen Rhythmus gefunden, und Anfield nimmt es zur Kenntnis.

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