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Xavi Hernandez wurde zum Cheftrainer der niederländischen Nationalmannschaft ernannt und kehrt damit nach zwei Jahren Pause vom Fußballgeschäft seit seinem Abschied von Barcelona zurück. Der 46-Jährige übernimmt einen Kader voller Talente, der jedoch auf internationaler Ebene bisher immer wieder hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.
Xavi ersetzt Koeman – schon wieder
Xavi, der Ronald Koeman zum zweiten Mal in seiner Trainerkarriere ablöst – nachdem er dies bereits 2021 bei Barcelona getan hatte –, übernimmt eine Rolle, die mit erheblichem Druck verbunden ist. Koeman, der selbst aus derselben Fußballschule stammt wie sein Nachfolger, konnte das Potenzial des niederländischen Kaders nicht voll ausschöpfen. Diese Tatsache wirft eine berechtigte Frage auf: Wenn ein gebürtiger Niederländer, der in derselben Tradition verwurzelt ist, keine Erfolge erzielen konnte, was kann Xavi dann anders machen?
Die Antwort liegt möglicherweise in seiner Philosophie und seinem Temperament. Xavi hat keine Zeit verloren, seine Verbindung zum niederländischen Fußball deutlich zu machen, nachdem seine Ernennung bestätigt worden war.
„Ich betrachte es als eine enorme Ehre, Cheftrainer der niederländischen Nationalmannschaft zu werden. Als jemand, der in der Barca-Akademie ausgebildet wurde und unter anderem stark von Johan Cruyff und Rinus Michels geprägt wurde, fühle ich eine besondere Verbindung zum niederländischen Fußball. Man könnte sagen, dass ich zum Teil ein Sohn des niederländischen Fußballs bin. Andere großartige Trainer, insbesondere Louis van Gaal, unter dem ich bei Barça mein Debüt gab, und Frank Rijkaard, haben ebenfalls eine wichtige Rolle dabei gespielt, mich als Spieler und Trainer zu formen.“

Xavi. Quelle: Offizielle Facebook-
Taktische Identität: Mehr als ein 4-3-3
Xavis Standardformation ist das 4-3-3, doch sein Ansatz geht weit über eine einzige Formation hinaus. Er ist dafür bekannt, ein 3-2-2-3 einzusetzen, bei dem ein Außenverteidiger in eine Dreierkette zurückfällt und sich die Mittelfeldspieler in einer Box-Formation anordnen, um die Gegner im mittleren Drittel in Schach zu halten. Er setzt auch ein 2-3-5 ein, bei dem er das gesamte Gewicht der Mannschaft auf den Angriff verlagert – mit Breite auf beiden Flanken und numerischer Überlegenheit in den vorderen Positionen.
Der Einfluss von Pep Guardiola zeigt sich darin, wie Xavi Raum und Bewegung gestaltet. Ein Flügelspieler hält auf einer Seite die Seitenlinie, während ein zusätzlicher Mittelfeldspieler den Halbraum auf der gegenüberliegenden Flanke besetzt, wodurch der Außenverteidiger frei wird, um zu überlappen. Es ist ein Positionssystem, das von jedem Spieler auf dem Platz Intelligenz und Disziplin verlangt.
Wo sich Xavi und Koeman unterscheiden
Koeman ist von Natur aus kein defensiver Trainer, aber er ist zurückhaltender als Xavi. Bei der EM 2024 und während der WM-Qualifikation 2026 setzte Koeman ein 5-3-2- oder 5-2-3-System ein, was ihm wegen des Konservativismus, den diese Formationen implizierten, Kritik einbrachte. Er experimentierte zwar mit fünf Offensivspielern, wenn seine Mannschaft dominierte, und zeigte damit eine gewisse taktische Flexibilität, doch der Gesamteindruck war der eines Trainers, der Vorsicht dem Spielaufbau vorzog.
Xavi bevorzugt eine aggressive hohe Abwehrlinie, drängt den Gegner ins mittlere Drittel und vertraut darauf, dass seine Spieler auf engstem Raum ihre Aufgaben erfüllen. Dieser Ansatz birgt Risiken. Bei Barcelona führte dies zu spektakulärem Fußball, aber auch zu kostspieligen Niederlagen in Spielen, die die Mannschaft eigentlich hätte kontrollieren müssen. Die Niederlande könnten mit ihrer technischen Qualität besser dafür geeignet sein, dieses Risiko einzugehen, als Vereinsmannschaften, die unter dem Druck einer kompletten Ligasaison stehen.
Freiheit als Waffe
Die wohl bedeutendste Veränderung, die Xavi mit sich bringen wird, ist die Freiheit, die er den Spielern einräumt, sich selbst zu entfalten. Strukturierte Freiheit, die auf klaren Positionsprinzipien basiert, ist das Fundament seines Systems. Ob sich dies reibungslos auf das internationale Umfeld übertragen lässt – mit begrenzter Vorbereitungszeit und einem Kader, der verschiedene Vereinsstile vereint –, bleibt abzuwarten.
Das Selbstbewusstsein, das Xavi bei seiner Vorstellung zeigte, deutet darauf hin, dass er keinen Widerspruch zwischen den Anforderungen des Amtes und seinen eigenen fußballerischen Überzeugungen sieht. Für Anhänger der Oranje bietet die Übereinstimmung zwischen seinem Hintergrund und der Identität des niederländischen Fußballs echten Grund zum Optimismus. Bleiben Sie bei TipsGG, um die komplette Berichterstattung über den Verlauf der niederländischen Kampagne unter Xavi zu verfolgen.