VAR-Befugnisse ausgeweitet: Neue Regeln für Eckstöße und Platzverweise angekündigt
Die Rolle des Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) wird sich deutlich verändern, denn die Gesetzgeber des internationalen Fußballs haben eine Ausweitung des Einflusses dieser Technologie beschlossen. Die neuen Regeln, die vom International Football Association Board (Ifab) in Wales beschlossen wurden, werden in diesem Sommer in Kraft treten und sich möglicherweise auf die kommende Weltmeisterschaft und die Bundesliga in der nächsten Saison auswirken.
VAR soll Eckstöße und wichtige Gelbe Karten überprüfen
Der VAR wird in Zukunft die Aufgabe haben, Eckstöße auf ihre Korrektheit zu überprüfen. Diese Maßnahme zielt speziell darauf ab, Tore zu verhindern, die direkt aus falsch ausgeführten Eckbällen resultieren, vorausgesetzt, die Überprüfung kann sofort und ohne Spielverzögerung durchgeführt werden.
Darüber hinaus wird der VAR nun gelbe Karten überprüfen, die direkt zu einem Ausschluss aus dem Spiel führen. Erste gelbe Karten oder nicht gepfiffene Fouls, die zu einer gelb-roten Karte hätten führen können, werden jedoch nicht überprüft, es sei denn, es gibt eindeutige Beweise für eine Verwechslung des bestraften Spielers oder der bestraften Mannschaft.
Ziel ist es, Fairness in den entscheidenden Momenten des Spiels zu gewährleisten, insbesondere wenn eine falsche Entscheidung unmittelbare Auswirkungen auf das Ergebnis haben könnte.

VAR. Quelle: Facebook
Countdown-Timer für Einwürfe und Torschüsse
Aufbauend auf der bestehenden Acht-Sekunden-Regel für Torhüter bei Torschüssen wird das Countdown-Prinzip nun auch auf Einwürfe und Torschüsse ausgedehnt. Wenn der Schiedsrichter der Meinung ist, dass ein Einwurf oder ein Abstoß zu lange dauert oder absichtlich verzögert wird, beginnt ein fünfsekündiger visueller Countdown.
Ist der Ball nach Ablauf des Countdowns noch nicht im Spiel, erhält die gegnerische Mannschaft einen Einwurf. Ein verzögerter Abstoß führt zu einem Eckstoß für die gegnerische Mannschaft. Diese Initiative soll das Spieltempo erhöhen und Zeitverluste verringern.
Neue Regeln für Auswechslungen und verletzte Spieler
Ausgewechselte Spieler haben nun ein striktes Zehn-Sekunden-Fenster, um das Spielfeld zu verlassen, sobald die Auswechseltafel angezeigt wird. Bei Nichteinhaltung dieser Frist darf der neue Spieler das Spielfeld bis zur nächsten Spielunterbrechung nicht betreten.
Außerdem muss ein Spieler, der auf dem Spielfeld wegen einer Verletzung behandelt wird, die das Spiel unterbricht, das Spielfeld verlassen und nach der Wiederaufnahme des Spiels eine Minute lang stehen bleiben. Dadurch wird verhindert, dass durch kleinere Verletzungen übermäßig viel Zeit vergeudet wird.
Umsetzung und Aufsichtsorgane
Diese neuen Regeln sind zwar nicht für alle Wettbewerbe verbindlich, doch ist es üblich, dass sich die nationalen Verbände, wie der DFB und die DFL in Deutschland, bei ihrer Umsetzung abstimmen. Der Ifab, dem die vier britischen Fußballverbände(England, Schottland, Wales, Nordirland) mit jeweils einer Stimme und die FIFA mit vier Stimmen angehören, ist die weltweit anerkannte Instanz für Fußballregeln.
Die Ausweitung der VAR-Befugnisse und die Einführung neuer Zeitregelungen sind Ausdruck der kontinuierlichen Bemühungen um eine Verfeinerung der Fußballregeln mit dem Ziel, das Spiel schneller und fairer zu gestalten.
