Leipzig erzielt mündliche Einigung mit Gladbachs Reitz
RB Leipzig hat sich angeblich mündlich mit Rocco Reitz von Borussia Mönchengladbach geeinigt und ihn als möglichen Ersatz für den abwandernden Xaver Schlager in Aussicht gestellt. Allerdings gibt es noch erhebliche Hürden bei der Ablösesumme, da Leipzig angeblich nicht bereit ist, die von Gladbach geforderte Summe zu zahlen.
RB Leipzig hatte Anfang Februar bestätigt, dass der 28-jährige Schlager seinen Vertrag nicht verlängern und den Verein im Sommer nach vier Jahren verlassen wird. Die Roten Bullen waren auf diesen Abgang vorbereitet und suchten schnell nach einem Nachfolger.
Wie die Bild berichtet, waren die Gespräche über einen Wechsel von Reitz zu den Sachsen bereits kurz nach der Bekanntgabe von Schlagers Abgang in vollem Gange. Sky und Kicker haben inzwischen bestätigt, dass zwischen Leipzig und Reitz eine mündliche Einigung erzielt wurde, die einen Vertrag bis 2031 vorsieht.
Trotz der Zustimmung des Spielers ist eine schnelle Einigung zwischen den Vereinen unwahrscheinlich. Dem Vernehmen nach klafft eine erhebliche Lücke zwischen den Ablösesummenvorstellungen von Leipzig und Gladbach. Leipzig hält die in Reitz’ Vertrag verankerte Ausstiegsklausel für zu hoch und plant angeblich nicht, diese zu aktivieren.
Unterschiedliche Wertschätzung beeinträchtigt Transfergespräche
Der 23-jährige zentrale Mittelfeldspieler steht derzeit noch bis 2028 bei den Fohlen unter Vertrag, eine Sommeroption ermöglicht jedoch einen früheren Abgang. Die Schätzungen für diese Ausstiegsklausel gehen auseinander: Bild spricht von 20 Millionen Euro, der Kicker von 25 Millionen Euro. Sky schätzt die Summe auf 25 bis 28 Millionen Euro.
Unabhängig von der genauen Summe übersteigt die festgeschriebene Ablösesumme Reitz ‘ aktuellen Marktwert von 17 Millionen Euro. Der deutsche Jugendnationalspieler hatte seinen Vertrag in Gladbach zuletzt im Februar 2024 verlängert, was zu zwei aufeinanderfolgenden Erhöhungen seiner Transfermarkt-Bewertung führte. Zu den anderen Vereinen, die Interesse bekundet haben, wenn auch weniger konkret als Leipzig, gehören Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und Brighton.
Reitz war in dieser Saison Stammspieler bei Gladbach und stand in 24 Spielen von Beginn an in der Startelf.
“Ich bedauere die Entscheidung, aber sie ist auch legitim. Wir hätten gerne mit ihm weitergemacht. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft und hat sehr gute Leistungen für den Verein erbracht”
sagte RB-Trainer Ole Werner über den bevorstehenden Abgang von Schlager. Der Verein sei gut vorbereitet : “Das erwischt uns nicht kalt.” Schlager kam 2022 für 12 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg nach Leipzig und absolvierte trotz schwerer Verletzungen zuletzt 100 Spiele für den Verein.
Reitz, der anvisierte Nachfolger, äußerte sich im Oktober via Bild:
“Jeder Spieler hat trotzig Träume. Von besonderen Vereinen, von besonderen Wettbewerben. Im Moment denke ich darüber überhaupt nicht nach. Ich bin seit mehr als 16 Jahren Spieler der Borussia. Und es müsste schon viel passieren, damit ich überhaupt daran denke, das Kapitel Gladbach zu beenden.”
In Abwesenheit des verletzten Tim Kleindienst hat Reitz die Kapitänsbinde bei Gladbach getragen. Er kam 2009 im Alter von sieben Jahren zum Verein und ist seitdem, abgesehen von zwei Leihjahren beim VV St. Truiden in Belgien, bei den Fohlen geblieben.
Leipzigs Trainer Werner skizzierte das Profil des Schlager-Nachfolgers:
“Für uns ist es wichtig, eine Achse zu haben, die ein gewisses Grundniveau garantiert, auch wenn die Leistungen der jungen Spieler um sie herum schwanken. Deshalb brauchen wir Spieler, die schnell eine Führungsrolle einnehmen können. (…) Wir brauchen Spieler, die wissen, wie die Liga funktioniert und die eine gewisse Erfahrung haben. Sie müssen nicht 32 Jahre alt sein.”