In den Bergen braut sich ein Sturm zusammen, und er trägt Rosa. Die 11. Etappe des Giro d’Italia 2025 verspricht Dramatik, waghalsige Manöver und das Potenzial für ein Feuerwerk im Gesamtklassement. Am Mittwoch steht dem Peloton eine 186 km lange Strecke von der festlichen Küste von Viareggio zu den schattigen Hängen von Castelnovo ne’ Monti bevor, gespickt mit 3.850 Höhenmetern und einem gewaltigen Monster: der Alpe San Pellegrino
Die Etappe: Brutalität von Anfang an

Vergessen Sie das Aufwärmen. Sobald die Fahrer Viareggio verlassen, beginnt die Straße zu beißen. Nach wenigen Kilometern geht es ins Landesinnere und hinauf in den Apennin. Das Herzstück? Die Alpe San Pellegrino – der steilste und härteste Anstieg, den der diesjährige Giro bisher zu bieten hat. Das letzte Mal war er vor 25 Jahren zu sehen, als Francesco Casagrande das Feld auf dem Weg zu Platz eins vernichtete.
In diesem Jahr sind die Zahlen erschreckend. Der Anstieg erreicht bereits nach 1 km zweistellige Steigungswerte, hält sich 8 km lang bei 9 % und kehrt dann nach einer verlockenden Abfahrt mit voller Wucht zurück: 3 km mit über 12 %, eine fiese Rampe mit 20 % und eine kurze Verschnaufpause auf dem Gipfel. Und dennoch – und das ist entscheidend – kommt der Gipfel 92 km vor dem Ziel.
Ja, der Anstieg ist früh. Das war schon immer ein Thema bei diesem Giro: die Schmerzen vorverlagern und die Favoriten auf den Gesamtsieg zum Handeln zwingen. Riskiert man alles bei einem 90-km-Solo? Oder geht man auf Nummer sicher und wartet auf die letzten Rampen?
Die Taktik: Alles oder nichts?
Wenn die Geschichte ein Leitfaden ist, zahlt sich Kühnheit aus. Casagrande hat 1999 30 km vor der Ziellinie den Sieg errungen. Doch die Fahrer von heute müssen noch früher angreifen. Die Abfahrt von San Pellegrino ist lang und nicht sonderlich steil – ein Alptraum für jeden Fahrer, der versucht, eine Verfolgergruppe aufzuhalten.
Nach San Pellegrino wird der Tag noch schmerzhafter: Der 11,1 km lange Anstieg nach Toano mit 4,9 % wird den ohnehin schon müden Beinen zu schaffen machen, und kurz vor dem Ziel kommt die steile Pietra di Bismantova mit durchschnittlich 5,8 % auf 5,8 km. Auf dem Papier sehen die Steigungen nicht so brutal aus, aber nach der Brutalität des vorherigen Anstiegs ist ein Gemetzel zu erwarten. Hier werden sich Lücken für die Gesamtwertung bilden – vielleicht sogar entscheidende
Quoten für Etappe 11
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| Fahrer | Quoten |
|---|---|
| Pidcock, Thomas | 10.00 |
| Poole, Max | 17.00 |
| Vacek, Mathias | 17.00 |
| Bilbao, Pello | 21.00 |
| Frigo, Marco | 21.00 |
| Bardet, Romain | 21.00 |
| Poels, Wouter | 21.00 |
| Van Aert, Wout | 23.00 |
| Plapp, Lucas | 23.00 |
| Rebe, Jay | 23.00 |
| Ayuso Pesquera, Juan | 23.00 |
| Del Toro Romero, Isaac | 26.00 |
| Prodhomme, Nicholas | 26.00 |
| Roglic, Primoz | 26.00 |
| Fortunato, Lorenzo | 29.00 |
| Scaroni, Christian | 29.00 |
| Cattaneo, Mattia | 29.00 |
| Kelderman, Wilco | 29.00 |
| Gaudu, David | 29.00 |
Die Herausforderer: Ausreißerspezialisten gegen opportunistische Kletterer
Der Start ist flach, was bedeutet, dass reine Kletterer Hilfe brauchen werden, um sich abzusetzen. Umgekehrt werden die Steigungen der Alpe San Pellegrino die meisten schweren Rouleure ausschalten. Um an der Spitze zu gewinnen, braucht ein Fahrer Beine, Köpfchen und ein bisschen Glück.
Luke Plapp (Jayco Alula) erfüllt diese Voraussetzungen. Er hat bei diesem Giro bereits einen Ausreißersieg errungen und fühlt sich in diesem Terrain besonders wohl. Mathias Vacek (Lidl-Trek) ist ein weiterer starker Kandidat, der bisher im Stillen für seine Teamkollegen gearbeitet hat. Wenn er die Straße hinauffährt, sollte man aufpassen.
Marco Frigo (Israel-Premier Tech) könnte seine Zeit bis zu den Alpen abwarten, aber wenn er sich heute entscheidet, wird er gefährlich sein. In der Zwischenzeit haben Pello Bilbao, Wout Poels, Davide Formolo und Stefano Oldani die Klasse, auch nach ruhigen Starts zuzuschlagen.
Die Wildcard-Tipps? Wilco Kelderman, Andrea Vendrame, Georg Steinhauser – sie alle waren aktiv und könnten ihre Giro-Ambitionen noch verstärken. Und dann ist da noch die erfahrene alte Garde: David Gaudu, Nairo Quintana, Louis Meintjes, Rafał Majka – allesamt frühere Sieger, die aus diesem Giro noch etwas herausholen wollen.
Auch die Teams, die auf Punkte aus sind, lauern. Lorenzo Fortunato wird versuchen, seine KOM-Führung für Astana auszubauen. Romain Bardet (Team Picnic PostNL) möchte seine Serie von Grand-Tour-Etappensiegen vervollständigen. Er könnte Schwierigkeiten haben, früh in den Zug zu kommen, aber wenn er spät überholt, ist er eine große Gefahr
GC-Stars: Angreifen oder überleben?

Und wie sieht es mit den großen Namen aus? Diese Phase ist eine Falltür. Wenn du zu früh gehst, hängst du im Wind. Wenn man zu lange wartet, wird einem der Tag weggeschnappt. Fahrer wie Richard Carapaz, Egan Bernal und Primož Roglič haben bei den Grand Tours bereits Fernangriffe gestartet. Werden sie es wagen?
Tom Pidcock ist das Rätsel schlechthin. Die 11. Etappe ist perfekt für ihn: Anstiege, die seiner Schlagkraft entgegenkommen, Abfahrten, in denen er seine waghalsigen Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Aber mit einem Rückstand von 3:41 auf die Gesamtwertung wird er keine Leine bekommen. Damit Pidcock gewinnen kann, muss das Feld wieder zusammenkommen
Vorhersage: Pidcock für Pink Glory?
Wenn die Ausreißergruppe zusammenbleibt, sind Vacek oder Plapp eine gute Wahl. Aber wenn das Feld wieder zusammenkommt? Alle Augen richten sich auf Tom Pidcock. Wir setzen darauf, dass der Brite seinen ersten Giro-Sieg einfährt und den Kampf um den Gesamtsieg entfacht. Halten Sie sich gut fest – die 11. Etappe wird diesen Giro auf den Kopf stellen
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