Barcelona zieht sich offiziell aus der Super League zurück
Der FC Barcelona hat sich offiziell aus der europäischen Super League zurückgezogen und Real Madrid als einzigem Verein die Unterstützung für den umstrittenen Wettbewerb überlassen.
Der Klub gab seine Entscheidung am Dienstag in einer Erklärung bekannt, in der er bestätigte, dass er die European Super League Company und alle beteiligten Vereine über seinen Rückzug informiert habe. Barcelonas Ausstieg bedeutet das Ende seiner langjährigen Unterstützung für das Projekt, das erstmals 2021 unter heftigem Widerstand von Fans, Dachverbänden und rivalisierenden Vereinen an die Öffentlichkeit kam.
“Der FC Barcelona gibt hiermit bekannt, dass er heute die European Super League Company und die beteiligten Klubs formell über seinen Rückzug aus dem Projekt European Super League informiert hat”, heißt es in der Erklärung.
Das Scheitern der Super League
Die abtrünnige Liga wurde ursprünglich im April 2021 mit 12 Gründungsmitgliedern angekündigt, darunter sechs Premier-League-Vereine: Manchester United, Manchester City, Liverpool, Chelsea, Arsenal und Tottenham Hotspur. Innerhalb von 72 Stunden zogen sich alle sechs englischen Vereine nach heftigen Fanprotesten und auf Druck der Fußballbehörden zurück.
Im Juni 2024 war Juventus der zehnte Verein, der das Projekt aufgab. Barcelona und Real Madrid blieben die letzten Verweigerer, bis jetzt.
Barcelonas Änderung der Haltung
Im Oktober 2025 gab Joan Laporta, der Präsident des FC Barcelona, ein Signal für einen Richtungswechsel. Er brachte den Wunsch des Vereins zum Ausdruck, der UEFA und der European Football Clubs (EFC)– ehemals European Clubs Association (ECA) – wieder beizutreten, nachdem er zusammen mit den ursprünglichen 12 Unterzeichnern der Super League ausgeschlossen worden war.
Die anderen 10 Vereine, die sich zurückgezogen hatten, sind inzwischen wieder in die EFC aufgenommen worden. Barcelonas Austritt aus der Super League könnte den Weg für seine eigene Rückkehr in die UEFA ebnen.
Real Madrids Rechtsstreit
Während Barcelona aussteigt, ist Real Madrid der einzige Verein, der noch auf eine Wiederbelebung der Super League drängt. Der spanische Spitzenklub klagt gegen die UEFA und fordert “beträchtlichen Schadenersatz” für Entscheidungen, die seiner Meinung nach ungerechtfertigt gegen die abtrünnige Liga gerichtet waren.
Ein Madrider Handelsgericht entschied im Mai 2024, dass die UEFA und die FIFA wettbewerbswidrig gehandelt haben, und folgte damit einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. Die Klage wurde von A22 Sports Management, dem Unternehmen hinter der Super League, gegen die UEFA, die FIFA, La Liga und den spanischen Fußballverband (RFEF) eingereicht.
“Das jüngste Urteil bestätigt weder das Super-League-Projekt, noch untergräbt es die aktuellen Zulassungsregeln der UEFA
Die UEFA hat ihr Wettbewerbsreglement als Reaktion auf das Scheitern der Super League inzwischen überarbeitet. Trotz der juristischen Rückschläge behauptet der Dachverband, dass seine Regeln intakt sind und dass die Super League in seinem Rahmen keine Zukunft hat.
Wie geht es mit dem europäischen Fußball weiter?
Der Rückzug Barcelonas lässt Real Madrid in seinem Bestreben, eine eigene Liga zu gründen, allein. Angesichts des unerbittlichen Widerstands der Fans und der festen Haltung der UEFA scheinen die Aussichten für die Super League schwächer denn je.
Im Moment liegt der Fokus wieder auf den traditionellen Wettbewerben Champions League, Europa League und den heimischen Ligen, wo der Kampf um die Vorherrschaft ohne den Schatten eines geschlossenen Elitewettbewerbs weitergeht.
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