Wenn die jüngsten Berichte zutreffen, könnte Ansu Fati schon bald für eine Saison zum AS Monaco ausgeliehen werden – ein Wechsel, der das letzte Kapitel einer Karriere einläutet, die vielversprechend war, nun aber an den Rand der Bedeutungslosigkeit gerät. Mit seinen 22 Jahren wird Fati nicht mehr als fester Bestandteil von Barcelonas Zukunft angesehen. Und das ist genau der Warnschuss, den der Verein beherzigen sollte, wenn er den kometenhaften Aufstieg von Lamine Yamal steuert.
Fati tauchte 2019 auf der Bildfläche auf, brach alle Altersrekorde und eroberte die Fantasie im Camp Nou. Als sich der Abgang von Lionel Messi abzeichnete, ernannte Barcelona Fati zum Thronfolger und überreichte ihm im Alter von nur 18 Jahren sogar das heilige Trikot mit der Nummer 10. Es sollte symbolisch sein. Stattdessen wurde es zu einer Last.

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Eine Nummer zu tragen, die zuvor von Legenden wie Ronaldinho, Maradona und Messi getragen wurde, war nicht nur symbolisch, sondern setzte einen nahezu unmöglichen Standard. Die hohe Erwartungshaltung in Verbindung mit einer brutalen Verletzungsserie brachte Fatis Fortschritte zum Scheitern. Eine schwere Meniskusverletzung im Jahr 2020 setzte ihn für neun Monate außer Gefecht, und obwohl er zurückkehrte, war der Funke, der ihn auszeichnete, erloschen.
Selbst ein Leihgeschäft in Brighton, wo er in 33 Spielen sechs Tore und zwei Assists beisteuerte, konnte sein Selbstvertrauen und seinen natürlichen Rhythmus nicht wiederherstellen. Nun, da Hansi Flick ihn nicht in seine Zukunftspläne einbezieht, scheint ein Neuanfang in der Ligue 1 unmittelbar bevorzustehen.
Die Rede ist von Lamine Yamal, einem 17-jährigen Phänomen, das alle früheren Rekorde von Fati in den Schatten gestellt hat und zum wichtigsten Angreifer Barcelonas geworden ist. Die Gerüchte, dass er das Trikot mit der Nummer 10 erben könnte, werden immer lauter. Aber genau hier liegt die Gefahr – die Geschichte könnte sich wiederholen.
Jamal hat in der Saison 2024/25 bereits 18 Tore und 25 Assists erzielt. Er ist brillant, unberechenbar und hat bereits ein Jahrhundert an Klubeinsätzen hinter sich – und übertrifft damit bei weitem das, was Messi im gleichen Alter erreicht hat. Aber Vergleiche mit Messi schaden mehr als sie nützen. Sie wecken unrealistische Erwartungen, die den individuellen Entwicklungsweg außer Acht lassen.
Nur weil Jamal linksfüßig ist, im 1 gegen 1 brilliert und eine Vorliebe für Schlenzer hat, heißt das noch lange nicht, dass er der “nächste Messi” ist Dieser Mythos ist gefährlich. Messis Größe wurde im Laufe der Zeit geschmiedet. Wenn man Yamal zu früh in diese Erzählung drängt, könnte das nach hinten losgehen – so wie es bei Fati der Fall war.
Barcelona sollte sich an der jüngsten Geschichte orientieren. Auch Pedri wurde früh mit unermüdlichen Einsatzminuten ins Rampenlicht gedrängt. Erst später machte sich der körperliche Tribut bemerkbar. Yamals Vertreter und der Klub müssen langfristig denken und sein Arbeitspensum und seine Geschichte mit Bedacht steuern.
Nach Messi war Barcelona nicht nur auf der Jagd nach Ergebnissen, sondern auch nach Ikonen. Der Drang, über Nacht einen neuen Talisman zu schaffen, hat zu übereilten Entscheidungen und vermeidbarem Druck geführt. Yamal das Trikot mit der Nummer 10 zu geben, mag wie eine Weitergabe der Fackel erscheinen, birgt aber das Risiko, die Flamme vorzeitig zu löschen.
Im Moment gedeiht Jamal prächtig – aber die Welle der Form bricht immer irgendwann ab.
Die Frage ist
wenn es soweit ist, wird Barcelona dann aus Ansu Fatis Geschichte gelernt haben, oder werden sie denselben kostspieligen Fehler wiederholen?
