Die Vuelta a España verliert keine Zeit, wenn es ins Hochgebirge geht. Auf der 6. Etappe kommt es zum ersten echten Showdown in der Gesamtwertung, da das Rennen erneut Spanien verlässt und auf andorranischem Boden zu Ende geht. Von Olot bis zum Gipfel des Pal wird dies der erste Kampf zwischen Jonas Vingegaard und der doppelten Bedrohung durch João Almeida und Juan Ayuso aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sein.
Die Strecke

Es ist ein harter Tag von Anfang an. Das Peloton hat gleich zu Beginn einen 11 Kilometer langen Anstieg vor sich, der steil genug ist, um aggressive Ausreißversuche einzuladen. Kurz darauf folgt die Collada de Tosses über 24 Kilometer, eine lange Schinderei, die die Beine auslaugt, aber eher ein Auftakt als ein entscheidender Punkt ist.
Andorra ist für viele Fahrer, die dort leben und trainieren, ein vertrautes Terrain. Die Anfahrt zum Finale führt über den kurzen, aber anspruchsvollen Alto de la Comella, der 4 Kilometer lang ist und 8 % Steigung aufweist. Die Kuppe liegt nur 20 Kilometer vor der Ziellinie, doch angesichts des bevorstehenden Gipfels von Pal sind Angriffe hier eher unwahrscheinlich.
Der Schlussanstieg ist offiziell mit 9,6 Kilometern und 6,5 % angegeben, doch die eigentliche Anstrengung beginnt schon früher, da die Straße schon lange vor dem “kategorisierten” Abschnitt ansteigt. Mit einer maximalen Höhe von 1900 Metern, einer ununterbrochenen Steigung und den zu erwartenden nassen Bedingungen bietet der Anstieg alle Voraussetzungen für ein selektives Rennen.
Quoten für Etappe 6
| Fahrer | Quoten |
|---|---|
| Jonas Vingegaard | 2.75 |
| Giulio Ciccone | 9.00 |
| David Gaudu | 19.00 |
| Jota Rebe | 19.00 |
| Pablo Castrillo | 23.00 |
| Lorenzo Fortunato | 26.00 |
| Marc Soler | 26.00 |
| Marco Frigo | 29.00 |
| Eddie Dunbar | 34.00 |
| Joao Almeida | 34.00 |
| Juan Ayuso | 34.00 |
| Tom Pidcock | 34.00 |
| Egan Bernal | 41.00 |
| Felix Gall | 41.00 |
| Giulio Pellizzari | 41.00 |
| Santiago Buitrago | 41.00 |
Wetter und Taktik
Die Vorhersagen deuten darauf hin, dass es beim Finale regnen wird, was sowohl den Anstiegen als auch der kniffligen Abfahrt vor der Ankunft in Pal zusätzliche Dramatik verleiht. Nasse Bedingungen bedeuten ein höheres Risiko in der Abfahrt, wo Fahrer wie Tom Pidcock eine Chance ergreifen könnten, aber die meisten werden ihr Pulver für das Gipfelfinale trocken halten.
Die Favoriten
Jonas Vingegaard führt das Rennen mit nur wenigen Sekunden Vorsprung vor seinen engsten Verfolgern an. Er muss noch nicht angreifen, aber die Geschichte zeigt, dass er selten wartet. Obwohl dies nicht das reine Hochgebirgsgelände ist, in dem er normalerweise dominiert, machen ihn seine Beständigkeit und sein Durchhaltevermögen bei widrigen Bedingungen zum Top-Favoriten des Tages.
Das UAE Team Emirates hat mit Almeida, Ayuso und Soler, die alle in Schlagdistanz sind, einen zahlenmäßigen Vorteil. Es ist zu erwarten, dass sie das lange Spiel spielen werden: Energie sparen, in der Nähe von Vingegaard bleiben und später auf größere Chancen warten. Dennoch könnte Soler bei einem schnellen Start eine gefährliche Ausreißergruppe bilden und die Konkurrenten zur Verfolgung zwingen.
Giulio Ciccone und David Gaudu sind die gefährlichen Joker. Beide scheinen in guter Form zu sein und haben Spaß an explosiven Finalläufen. Sollten die Favoriten zögern, könnte einer der beiden in einem kurzen Sprint den Sieg erringen.
Andere Konkurrenten
Die erste Bergetappe ist immer ein Test der Form. Fahrer wie Jai Hindley, Egan Bernal, Felix Gall, Santiago Buitrago und Mikel Landa werden ihre Beine mit den Besten messen. Und da so viele Profis in Andorra zu Hause sind, ist mit zusätzlicher Motivation durch Fahrer wie Pidcock, Soler und viele andere zu rechnen.
Auch wenn ein Ausreißersieg weniger wahrscheinlich ist, könnten der bergauf führende Start und die tückischen Bedingungen die Teams dazu verleiten, Fahrer vorauszuschicken. Der Anstieg zum letzten Anstieg, der nicht ganz flach ist, könnte Opportunisten begünstigen.
Vorhersage – Vuelta a España 2025 Etappe 6
Tipp: Jonas Vingegaard
Wie: Der Däne fühlt sich bei unvorhersehbaren Bedingungen wohl. Angesichts der geringen Abstände an der Spitze der Gesamtwertung wird er sich früh durchsetzen wollen. Der Pal-Anstieg mag auf dem Papier nicht brutal sein, aber in Kombination mit der Höhe und dem Regen ist es eine ideale Etappe für ihn, um einen psychologischen Schlag zu landen.