Vom 20. bis 24. August kehrt das WorldTour-Peloton für fünf Renntage in die Benelux-Staaten zurück. Im Gegensatz zu den traditionellen Eintagesklassikern bietet die Renewi Tour ein hochoktaniges Etappenrennen, bei dem Sprinter, Klassikerspezialisten und Gelegenheitsfahrer alle eine Chance auf den Sieg haben. Da es in diesem Jahr kein Einzelzeitfahren gibt, verspricht der Kampf um die Gesamtwertung offener denn je zu werden. Schauen wir uns die Strecke, die Etappenprofile und die Hauptanwärter auf den Sieg an.
Renewi Tour 2025 Quoten
| Fahrer | Quoten |
|---|---|
| Van der Poel, Mathieu | 2.50 |
| De Lie, Arnaud | 6.40 |
| Vacek, Mathias | 7.40 |
| Wellens, Tim | 15.00 |
| Del Grosso, Tibor | 15.00 |
| Nys, Thibau | 17.00 |
| Magnier, Paul | 17.00 |
| Bettiol, Alberto | 21.00 |
| Morgado, Antonio | 26.00 |
| Mohoric, Matej | 29.00 |
| Laurance, Axel | 35.00 |
| Van Gils, Maxim | 35.00 |
| Kubis, Lukas | 35.00 |
| Girmay, Biniam | 40.00 |
| Vermeersch, Florian | 40.00 |
Die Route und die Etappenprofile
Die Ausgabe 2025 bietet fünf abwechslungsreiche Etappen: zwei für Massensprints ausgelegte Etappen, zwei explosive Klassiker in Geraardsbergen und Leuven und eine gemischte Etappe, die in beide Richtungen gehen kann. So sieht der Ablauf der Woche aus:
Etappe 1: Terneuzen → Breskens (182,6 km)
Das Rennen beginnt in den Niederlanden mit einer flachen Strecke, die perfekt für Sprinter ist. Aber lassen Sie sich nicht vom Profil täuschen – das Ziel in Breskens ist dem Wind ausgesetzt, was bedeutet, dass Seitenwind und Echelons dem Peloton zu schaffen machen könnten. An diesem Tag müssen die Favoriten auf den Gesamtsieg ebenso wachsam sein wie die schnellen Männer, die ihre Beine testen müssen.

Etappe 2: Blankenberge → Ardooie (172,7 km)
Tag zwei bleibt flach und beginnt an der belgischen Küste. In Ardooie ist mit einem rasanten Tempo und einem weiteren Sprint-Showdown zu rechnen. Im technischen Stadtfinale, bei dem Chaos und Stürze nie ausgeschlossen sind, wird es auf die Positionierung ankommen.

Etappe 3: Aalter → Geraardsbergen (181,8 km)
Die Königsetappe kommt früh. Nach einem flachen Auftakt begeben sich die Fahrer auf echtes Flandrien-Terrain: Der Taaienberg und der Berg ten Houte machen die Beine weich, bevor die legendären Rundkurse beginnen. Die Muur van Geraardsbergen und der Bosberg werden zweimal erklommen und bilden die Grundlage für ein aggressives Rennen. Der letzte Anstieg am Donderoodberg, nur 5,5 km vor der Ziellinie, wird für ein Feuerwerk vor dem Ziel in Geraardsbergen sorgen.

Etappe 4: Riemst → Bilzen-Hoeselt (198,5 km)
Die längste Etappe der Woche führt über einen hügeligen Rundkurs nördlich von Lüttich. Anstiege wie der steile Slingerberg (500 m bei 9,4 %) bieten ein Sprungbrett für Angriffe, doch die meist flache Anfahrt nach Bilzen bedeutet, dass die Sprinter noch um den Sieg kämpfen können, wenn ihre Teams das Rennen kontrollieren können.

Etappe 5: Leuven → Leuven (184,7 km)
Ein würdiges Finale. Leuven steht wieder im Rampenlicht mit vier Runden auf dem explosiven Weltmeisterschaftskurs, auf dem Julian Alaphilippe 2021 das Regenbogentrikot eroberte. Ständig kurze Anstiege, enge Straßen und scharfe Kurven machen diese Etappe zu einem chaotischen und taktischen Finale, bei dem frühe Züge hängen bleiben und das Gesamtklassement auf den Kopf gestellt werden könnte.

Wer sind die Favoriten?
Da es kein Zeitfahren gibt, werden Bonussekunden und klassische Etappen über die Gesamtwertung entscheiden. Das ebnet das Spielfeld und lädt zu einem breiten Spektrum an Teilnehmern ein.
Mathieu van der Poel, der nach der Tour de France sein Comeback gibt, führt das Rennen an. Er ist zwar nicht in Bestform, aber allein seine Anwesenheit garantiert ein Feuerwerk. Wenn er an der Muur nicht zuschlagen kann, könnten andere den Moment in Leuven ergreifen.
Mathias Vacek (Lidl-Trek) hat an die Tür zu einem großen Sieg geklopft. Mit Teamkollegen wie Thibau Nys und Jasper Stuyven verfügt Trek über eine aggressive Mannschaft, die für das Chaos von Flandrien gerüstet ist. Titelverteidiger Tim Wellens (UAE Team Emirates) kennt sich auf diesen Straßen bestens aus und fühlt sich in taktischen Zweikämpfen wohl, unterstützt von Fahrern wie Florian Vermeersch und António Morgado.
Auch die Sprinter sind mit von der Partie. Arnaud de Lie und Paul Magnier haben beide bei den Hamburg Cyclassics ihre Stärke bewiesen und könnten mit Etappensiegen und Bonussekunden um den Gesamtsieg kämpfen. Wenn man dann noch Mannschaften mit mehreren Karten wie BORA mit Roger Adrià und Maxim van Gils oder INEOS mit Ben Turner und Axel Laurance hinzunimmt, vervielfachen sich die taktischen Möglichkeiten.
Weitere Namen, die man nicht übersehen sollte, sind Fred Wright, Kasper Asgreen, Alberto Bettiol, Valentin Madouas und Lukas Kubis, die alle in der Lage sind, im richtigen Moment entscheidende Schritte zu machen. Bei so vielen Teilnehmern ist mit Unvorhersehbarkeit bis zum Schluss zu rechnen.
Schlussgedanken
Die Renewi Tour 2025 hat alle Zutaten für einen Thriller. Flache Etappen können vom Wind bestimmt werden, die Königsetappe in Geraardsbergen verspricht ein Feuerwerk, und Leuven ist die perfekte Arena für einen dramatischen Abschluss. Ob Van der Poel sein Comeback mit einem Sieg krönen kann, bleibt ungewiss, aber eines ist garantiert: fünf Tage schnelle, taktische und spektakuläre Rennen im Herzen des Radsportlandes.