BORA – hansgrohe hat sein strategisches Aufgebot für die Tour de France vorgestellt, das von Primoz Roglic angeführt wird, der in aller Stille in das Rennen geht und auf Wiedergutmachung aus ist. Obwohl das deutsche Team nur drei reine Kletterer einsetzt, stellt die robuste Unterstützung auf allen Terrains sicher, dass Roglic ein ernsthafter Anwärter auf das Podium bleibt.
Rolf Aldag, der Sportliche Leiter des Teams, glaubt fest an Roglics Widerstandskraft: “Natürlich glauben wir an ihn. Die Geschichte zeigt, dass Primoz immer dann, wenn er mit Widrigkeiten konfrontiert wird, noch stärker zurückkommt. Das liegt in seiner Natur. Das ist kein bloßer Optimismus, sondern wird durch konkrete Daten und Leistungskennzahlen gestützt. Er ist bereit.”
Aldag betonte, wie wichtig der Zusammenhalt des Teams ist, um Pannen und insbesondere Stürze zu vermeiden, und hob die sorgfältige Vorbereitung hervor. “Wir müssen geschlossen bleiben, die Strecke in- und auswendig kennen und Herausforderungen vorhersehen. Der Radsport ist immer noch unberechenbar, aber unsere Vorbereitung ist in diesem Jahr unübertroffen.”
Starke Teamunterstützung und taktische Ausgewogenheit
Unterstützt wird Roglic vor allem von Florian Lipowitz, der als Co-Leader fungiert, und Aleksandr Vlasov, der die wichtige Rolle des Super-Domestiken übernimmt. Die übrigen Fahrer des Teams werden die Anstrengungen ausbalancieren, indem sie Jordi Meeus bei Sprintankünften unterstützen und sicherstellen, dass die Kletterer auf den tückischen Bergetappen gut positioniert bleiben.
Obwohl Tadej Pogacar als klarer Favorit ins Rennen geht, betont Aldag den menschlichen Faktor, der den Radsport so spannend und unberechenbar macht: “Erinnern Sie sich daran, wie Tadej am Mikrofon zusammenbrach, völlig ausgelaugt? Im Radsport geht es nicht um Roboter – es geht um Menschen. Das lässt sowohl Raum für Fehler als auch für außergewöhnliche Leistungen

Widerstandsfähigkeit inmitten der jüngsten Rückschläge
Roglic musste vor kurzem eine weitere Enttäuschung bei der Grand Tour hinnehmen, als er den Giro d’Italia verletzungsbedingt aufgeben musste. Doch dieser Rückschlag hat seine Vorbereitung nicht beeinträchtigt. Aldag versicherte, dass Roglic an der Überwindung von Widrigkeiten sehr interessiert ist: “Er liebt das Höhentraining, bleibt konzentriert und lässt Enttäuschungen schnell hinter sich. Er ist geistig und körperlich bereit für die Tour.”
Der Sportliche Leiter hob auch einen wichtigen Aspekt von Roglics Entwicklung hervor – Reife und Stabilität in seinem Privatleben. “Primoz ist kein junger Rockstar mehr, er ist ein Familienmensch. Dieses Gleichgewicht stärkt ihn und verhindert Ablenkungen.”
Der Vorteil des Außenseiters?
Der Sturz im letzten Jahr, der Roglics Podiumsträume vorzeitig beendete, hat seinen Status unter den Rivalen nicht geschmälert. Aldag wies darauf hin, dass Pogacars derzeitige Form zwar unbestreitbar ist, das Peloton jedoch gut daran täte, Roglic nicht zu unterschätzen: “Glaubt man ernsthaft, dass sie Primoz mit fünf Minuten Vorsprung in eine frühe Ausreißergruppe hineinfahren lassen würden?
Roglics explosive Beschleunigung, die mit der seiner Rivalen Pogacar und Vingegaard vergleichbar ist, bleibt eine beeindruckende Waffe. Aldag schlussfolgert zuversichtlich: “Primoz hat immer noch diesen tödlichen Kick. Wir werden vielleicht nicht von Anfang an das Tempo diktieren, aber wenn der entscheidende Moment kommt, wird er voll da sein.”
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