Der italienische Fußballverband FIGC ist nach Barcelona geflogen, um persönlich für sich zu werben – nun reagieren die Wettmärktedarauf
Pep Guardiola hatte kaum Zeit, seinenRuhestand zu genießen, da klingelte schon das Telefon. Der italienische Fußballverband schickte Paolo Maldini und Leonardo nach Barcelona zu persönlichen Gesprächen, um den ehemaligen Trainer von Manchester City davon zu überzeugen, die Azzurri zu übernehmen. Guardiola wiederholt jedoch immer wieder dasselbe: Er sei noch nicht bereit für ein Comeback. Das hat die Buchmacher jedoch nicht davon abgehalten, einen umfassenden Markt darüber aufzubauen, wo er als Nächstes landen wird.
Warum Italien anklopfte
Italien befindet sich in einer Krise, nachdem es die Qualifikation für die dritte Weltmeisterschaft in Folge verpasst hat – eine Serie von Misserfolgen, die Gennaro Gattuso im April den Job gekostet hat. Maldini, mittlerweile technischer Direktor des italienischen Fußballverbands FIGC, und sein Berater Leonardo reisten eigens nach Spanien, um Guardiola ihre Vision für den Wiederaufbau der Nationalmannschaft vorzustellen; die Gespräche sollen sich über mehrere Tage erstreckt haben.
Angesichts Guardiolas erklärter Notwendigkeit, sich eine Auszeit vom Fußball zu gönnen, ist dies ein mutiger Schritt, der jedoch unterstreicht, wie hoch Italien ihn einschätzt. Auch Roberto Mancini und Andrea Pirlo wurden als Kandidaten ins Spiel gebracht, und jüngste Berichte deuten darauf hin, dass Antonio Conte möglicherweise bereits zugestimmt hat, den Posten zu übernehmen – was die Lage darüber, wie aktuell die Option Guardiola noch ist, weiter verkompliziert.
Was Guardiola tatsächlich über eine Rückkehr gesagt hat
Guardiola hat sich in Interviews seit seinem Weggang von City konsequent so geäußert: Dies soll eine echte Auszeit sein, kein Auszeitjahr vor dem nächsten Trainerposten. Er hat davon gesprochen, Zeit mit seinen Kindern und seinem betagten Vater verbringen zu wollen, und davon, dass er nach dem Start seiner Trainerkarriere im Alter von nur 37 Jahren das „Leben außerhalb des Fußballs“ entdecken müsse.
Gleichzeitig hat er sich die Tür offen gehalten – nur nicht für einen weiteren Vereinsjob. Guardiola hat zuvor erklärt, er würde keine neue Mannschaft übernehmen, die den täglichen Trott einer kompletten Vereinssaison mit sich bringt, doch das Trainieren von Nationalmannschaften ist eine ganz andere Sache. Die Arbeit in Zyklen zwischen den Turnieren statt von Woche zu Woche würde es ihm ermöglichen, sowohl die gewünschte Zeit mit der Familie zu verbringen als auch den Wettbewerbsdrang zu stillen, den er, wie er zugibt, irgendwann verspüren wird.
Die Verbindung zu England lässt sich nicht leugnen
Es ist nicht das erste Mal, dass Guardiolas Name mit einem Nationaltrainerposten in Verbindung gebracht wird. Bereits im Jahr 2024 deuteten Berichte darauf hin, dass er eine mündliche Vereinbarung mit dem englischen Fußballverband (FA) getroffen habe, um Gareth Southgate abzulösen, doch dann änderte er seine Meinung und blieb bei City – was Thomas Tuchel den Weg ebnete, das Ruder zu übernehmen und England zum besten WM-Ergebnis außerhalb des eigenen Landes zu führen.
Tuchel steht noch bis zur EM 2028 unter Vertrag und hat erklärt, dass er diesen Vertrag erfüllen will. Doch nach dem bitteren Ausscheiden Englands im WM-Halbfinale gegen Argentinien ist Guardiolas Name erneut in die Diskussion gerückt, wobei Experten darauf hinweisen, dass er der einzige Mann ist, für den der englische Fußball alles stehen und liegen lassen würde, sollte es in Wembley zu einem Trainerwechsel kommen.
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Wettquoten für Pep Guardiolas nächsten Job
Mit drei verschiedenen Nationalmannschaften und zwei großen Vereinen im Rennen haben die Buchmacher einen wirklich umkämpften Markt geschaffen, wobei England knapp vor Italien als Favorit gilt.
| Option für den nächsten Job | JB.Casino | N1Bet | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Englische Nationalmannschaft | 9/4 | 5/2 | 2/1 |
| Italienische Nationalmannschaft | 11/4 | 5/2 | 3/1 |
| Brasilianische Nationalmannschaft | 9/2 | 7/2 | 3/1 |
| Barcelona | 2:1 | 5/2 | 11/4 |
| Bayern München | 5:1 | 11/2 | 6/1 |
Eine Analyse der Favoriten
England – Die noch offene Rechnung
England hat bei allen drei Buchmachern die niedrigste Quote, und es ist leicht zu verstehen, warum. Die knapp verpasste Chance von 2024 hallt nach, Tuchels langfristige Zukunft ist nach der Niederlage gegen Argentinien ein heißes Thema, und Guardiolas Verbindungen zum englischen Fußball – die er über ein Jahrzehnt bei City aufgebaut hat – reichen tiefer als bei jeder anderen Nationalmannschaft auf dieser Liste.
Italien – Die Mannschaft, die ihn aktiv umwirbt
Italien ist das einzige Land auf dieser Liste, das einen konkreten, persönlichen Vorstoß unternommen hat, was erklärt, warum die Quoten knapp hinter denen für England liegen. Das Ausmaß des Neuaufbaus nach dem Verpassen von drei Weltmeisterschaften in Folge wäre ein gewaltiges Unterfangen – wohl eine größere Herausforderung als die für England, wenn man bedenkt, welches Talent bereits in Wembley vorhanden ist.
Brasilien – Der romantische Außenseiter
Brasilien genießt offensichtliches Prestige, und eine Ära unter Guardiola im brasilianischen Fußball wäre eine der großartigsten Geschichten, die der internationale Fußball hervorbringen könnte. Die Quoten spiegeln wider, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt eher ein Wunschtraum als realistisch ist.
Barcelona und Bayern München – Die komfortable Rückkehr
Beide Vereine bedeuten eher eine Rückkehr auf vertrautes Terrain als einen echten Neuanfang, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass Guardiola selbst eine sofortige Rückkehr in den Vereinsfußball so gut wie ausgeschlossen hat. Die Quoten für beide sind respektabel, stehen jedoch im Widerspruch zu allem, was er öffentlich darüber gesagt hat, dass er Abstand vom wöchentlichen Vereinsalltag braucht.
Häufig gestellte Fragen
Wird Pep Guardiola definitiv bald einen neuen Job antreten?
Nein. Er hat wiederholt betont, dass er sich in einer echten Auszeit befindet und Zeit mit seiner Familie verbringen möchte, auch wenn er eine Tätigkeit als Trainer auf internationaler Ebene nicht ausdrücklich ausgeschlossen hat.
Warum spielt Italiens Vorgehensweise eine Rolle, wenn Guardiola noch nicht bereit für eine Rückkehr ist?
Es zeigt, dass der FIGC ihn ungeachtet aller Hindernisse als oberste Priorität ansieht, und es erhöht den Zeitdruck – insbesondere angesichts von Berichten, dass Antonio Conte stattdessen bereits kurz vor der Übernahme des Postens stehen könnte.
Könnte Guardiola doch noch bei der englischen Nationalmannschaft landen?
Diese Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen. Seine Vergangenheit bei der FA ab 2024 und die anhaltende Kritik an Tuchel halten diese Möglichkeit offen, auch wenn diesmal von keinem offiziellen Kontakt berichtet wird.
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Das große Ganze
Guardiolas Situation entwickelt sich zu einer der faszinierendsten Nebenhandlungen im internationalen Kalender, unabhängig davon, wie er sich letztendlich entscheiden wird. Italien braucht jetzt eine Lösung, die Nachfolgefrage in England wird nicht einfach so verschwinden, und Guardiola selbst hat deutlich gemacht, dass sein Comeback – wann immer es auch stattfinden mag – wahrscheinlich nicht so aussehen wird wie seine letzten drei Engagements. Ob dieses Comeback nun in sechs Monaten oder in drei Jahren stattfindet – der Markt wird sich jedes Mal bewegen, wenn sein Name wieder auftaucht.