Mohamed Salah versetzte die Fußballwelt am Samstagabend in helle Aufregung, nachdem er nach dem dramatischen 3:3-Unentschieden des FC Liverpool gegen Leeds United eine heftige Verbalattacke gestartet hatte. Der ägyptische Superstar, der lange Zeit das Aushängeschild des Klubs war, musste zum dritten Mal in Folge auf der Bank Platz nehmen – und dieses Mal machte er aus seinem Frust keinen Hehl.
Salah erneut auf der Bank, Liverpool verliert wichtige Punkte
Liverpool schien den Sieg schon in der Tasche zu haben, als Dominik Szoboszlai in der Nachspielzeit den Anschlusstreffer erzielte, doch Ao Tanaka traf praktisch mit dem letzten Kick, so dass sich die Reds mit einem Unentschieden begnügen mussten, das ihre jüngste Misere nur noch verschlimmerte. Da die Form des Klubs weiter sinkt, sorgte Salahs Fehlen auf dem Platz für Aufsehen – und sein Interview nach dem Spiel für noch mehr Aufsehen.
Was Mo Salah in seinem erstaunlichen Interview gesagt hat
Salah nahm kein Blatt vor den Mund. Der 33-Jährige äußerte sich ungläubig darüber, dass er auf die Bank gesetzt wurde, deutete einen internen Konflikt an und stellte seine schwindende Beziehung zu Trainer Arne Slot in Frage. Er sagte:
“Ich kann nicht glauben, dass ich 90 Minuten auf der Bank sitze. Das dritte Mal auf der Bank, ich glaube, zum ersten Mal in meiner Karriere. Ich bin sehr, sehr enttäuscht. Ich habe in all den Jahren und besonders in der letzten Saison so viel für diesen Verein getan. Jetzt sitze ich auf der Bank und ich weiß nicht, warum
Er ging sogar noch weiter:
“Es scheint, als ob der Verein mich vor den Bus geworfen hat. Das ist mein Gefühl. Jemand wollte, dass ich die ganze Schuld bekomme”
Salah deutete auch an, dass seine einst starke Beziehung zu Slot zusammengebrochen ist: “Plötzlich haben wir keine Beziehung mehr. Ich weiß nicht, warum … es scheint mir, dass mich jemand nicht im Verein haben will.”
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Michael Owen antwortet: Unterstützend, aber kritisch gegenüber dem Timing
Der ehemalige Liverpooler Stürmer Michael Owen reagierte fast sofort auf X und gab Salah sowohl Mitgefühl als auch strenge Ratschläge. Er schrieb:
“@mosalah Ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst. Du hast dieses Team lange Zeit getragen und alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.”
Owen machte aber auch deutlich, dass Salahs Aussage unpassend und potenziell schädlich war:
“Aber das ist ein Mannschaftsspiel, und man kann nicht einfach öffentlich sagen, was man gesagt hat. Du fährst in einer Woche zur AFCON. Du wirst dir doch auf die Lippe beißen, es genießen, dein Land zu repräsentieren und sehen, wie das Land liegt, wenn du zurückkommst?”
Seine Antwort spiegelte die Meinung vieler Ex-Profis wider: Salahs Beschwerden mögen verständlich sein, aber das Interview hat eine Grenze überschritten.
Auch Danny Murphy kritisiert Salahs Vorgehen
Der ehemalige Liverpooler Mittelfeldspieler Danny Murphy stimmte in der Sendung Match of the Day zu, dass Salahs emotionale Reaktion kontraproduktiv war:
“Jeder muss um seinen Platz kämpfen. Man kann wütend, frustriert und emotional sein – aber man sollte das innerhalb der vier Wände des Klubs halten.”
Murphy argumentierte, dass Salahs Kommentare unnötige Turbulenzen für den Manager, die Mannschaft und die Vereinsführung verursachen:
“Mit dem, was er getan hat, bereitet er dem Manager und dem Team ein Problem und macht alles zu seiner Sache. Ob man nun damit einverstanden ist, dass er draußen bleibt oder nicht, so geht man nicht damit um.”
Wie geht es für Salah und Liverpool weiter?
Diese Kontroverse kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Liverpool hat nur zwei seiner letzten 10 Premier-League-Spiele gewonnen, ist auf den achten Platz abgerutscht und liegt 10 Punkte hinter Tabellenführer Arsenal. Das Selbstvertrauen, der Zusammenhalt und der Schwung lassen nach – und nun stellt einer der besten Spieler der Vereinsgeschichte öffentlich seinen Platz in Frage.
Liverpool konzentriert sich nun auf das Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand am Dienstag und das Premier-League-Duell mit Brighton am 13. Dezember. Es wird erwartet, dass Salah in beiden Spielen zum Einsatz kommt, bevor er zum Afrikanischen Nationen-Pokal abreist.
Die große Frage ist: Wird der Verein ihn disziplinieren – und hat Salah bereits sein letztes Spiel für Liverpool bestritten?
Alle Augen sind nun auf Anfield gerichtet, da die Spannungen zwischen der Klublegende und dem Manager die Saison des FC Liverpool zu verändern drohen.