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Der Präsident des Weltfußballverbands, Gianni Infantino, sandte einen Brief an den Präsidenten des argentinischen Fußballverbands, Claudio Tapia, in dem er die „Professionalität“ der Mannschaft nach deren gewalttätigem Verhalten im Anschluss an den 1:0-Sieg Spaniens im WM-Finale am 19. Juli 2026 lobte – ein Brief, der inzwischen durchgesickert ist und in Argentinien veröffentlicht wurde.
Der Fußballverband hatte bereits eine offizielle Untersuchung des Chaos nach dem Spiel eingeleitet, bei dem Spieler wie Leandro Paredes und Nahuel Molina sowie der argentinische Co-Trainer Roberto Ayala spanische Spieler körperlich angriffen, während diese im New York New Jersey Stadium den zweiten Weltmeistertitel ihres Landes feierten. Eine separate Untersuchung wurde zudem wegen eines provokativen politischen Transparents eingeleitet, das nach der Halbfinalniederlage Englands gezeigt wurde und in dem fälschlicherweise die Falklandinseln als britisches Territorium bezeichnet wurden.
Was der Disziplinarausschuss des Fußballverbands sagte
Der Fußballverband gab eine öffentliche Erklärung ab, in der er bestätigte, dass er „beleidigendes Verhalten und Verstöße gegen die Fairplay-Grundsätze“ seitens der Argentinier untersuche. Der Disziplinarausschuss des Fußballverbands ernannte einen Disziplinar- und Ethikbeauftragten, um mögliche Verstöße gegen die Disziplinarordnung des Fußballverbands (FDC) im Zusammenhang mit den Vorfällen nach dem Spiel zu untersuchen, und erklärte:
„Nach einer Auswertung der relevanten Spielberichte zum WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien und gemäß Artikel 36 des Disziplinarreglements des Fußballverbands (FDC) hat die Disziplinarkommission des Fußballverbands einen Disziplinar- und Ethikbeauftragten ernannt, um mögliche Verstöße gegen das FDC im Zusammenhang mit den Vorfällen nach dem Spiel zu untersuchen. Weitere Einzelheiten werden vom Disziplinarausschuss des Fußballverbands bekannt gegeben, sobald der Bericht des Staatsanwalts vorliegt.“
Infantinos Brief an Tapia
Vor diesem Hintergrund schlug Infantinos privater Brief an Tapia einen deutlich anderen Ton an. Der vollständige Brief lautete:
„Sehr geehrter Herr Präsident, gestern, am Sonntag, dem 19. Juli 2026, gewann Argentinien im prächtigen New York New Jersey Stadium nach einem spannenden Finale gegen Spanien die Silbermedaille der Weltmeisterschaft 2026. Ich möchte meine aufrichtigsten Glückwünsche zu diesem wichtigen neuen Erfolg für den argentinischen Fußball noch einmal bekräftigen.
„Die Weltmeisterschaft 2026 wird als unvergessliches Fußballfest in Erinnerung bleiben, geprägt von spektakulären Spielen, dem Durchbruch neuer Talente, der Anwesenheit der großen Persönlichkeiten des Sports und der außergewöhnlichen Atmosphäre in den mit Fans gefüllten Stadien.
„Die großartige Leistung der Albiceleste trug ebenfalls entscheidend dazu bei, diese Ausgabe zu einem außergewöhnlichen Ereignis zu machen, das Millionen von Fußballfans auf der ganzen Welt in seinen Bann zog.
„Bitte richten Sie meine aufrichtigen Glückwünsche an alle, die zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben: an die Spieler, an Trainer Lionel Scaloni sowie an den Trainerstab und das medizinische Team und natürlich an die vielen Fans, die die Mannschaft während des gesamten Turniers begleitet und angefeuert haben.
„Diese Siege sind stets das Ergebnis unermüdlicher Arbeit, Professionalität und Liebe zum Detail, aber auch von Leidenschaft, Engagement und Liebe zu diesem wunderbaren Sport. All dies lässt auf eine vielversprechende Zukunft hoffen und wird zweifellos den Weg für neue, große Erfolge des argentinischen Fußballs ebnen.
„Ich wünsche Ihnen, sehr geehrter Herr Präsident, alles Gute für die kommenden Wettbewerbe und hoffe, Sie schon bald wiederzusehen. Mit freundlichen Grüßen, Gianni Infantino.“
Das Imageproblem des Fußballverbands
Die Diskrepanz zwischen der offiziellen disziplinarischen Haltung des Fußballverbands und Infantinos persönlicher Korrespondenz lässt sich unmöglich ignorieren. Sein Ansehen in der Öffentlichkeit hat im Laufe dieses Turniers erheblich gelitten, und der durchgesickerte Brief verstärkt nur noch den Eindruck, dass die Organisation mit gespaltener Zunge spricht. Strafen für die Spieler, die an der Auseinandersetzung nach dem Spiel beteiligt waren, stehen noch aus.
Bleiben Sie bei TipsGG auf dem Laufenden, während sich das Disziplinarverfahren des Fußballverbands weiterentwickelt.