Das sommerliche Wetter in Wembley war der Schauplatz für eine unerwartete Wendung im traditionellen Premier-League-Auftaktspiel. Vor dem Spiel wurde Liverpool als klarer Favorit gehandelt, doch Oliver Glasners Crystal Palace zeigte eine disziplinierte und souveräne Leistung und holte sich den ersten Community Shield in der Geschichte der Premier League, indem es sich im Elfmeterschießen gegen die Reds durchsetzte
Aufstellungen und Kontext vor dem Spiel
Arne Slots erste Elf für ein Pflichtspiel deutete stark auf seine bevorzugte Startelf in der Premier League hin. Vier Debütanten – Milos Kerkez, Jeremie Frimpong, Florian Wirtz und Hugo Ekitike – standen in Liverpools Aufgebot, die höchste Anzahl an neuen Gesichtern seit Februar 2020. Für Palace stellte Glasner seine stärkste Mannschaft auf, die bereit war, sich mit den besten Gegnern zu messen.
Liverpool, mit 16 Siegen in 25 vorangegangenen Community Shields, hatte in den letzten sechs Spielen nur einen Sieg errungen. Palace reiste mit einer selbstbewussten Wembley-Bilanz an: vier Siege in den letzten sechs Begegnungen und der historische Trend, dass FA-Cup-Sieger sich in diesem Spiel häufig durchsetzen
Schneller Start der Reds
Die ersten Minuten gehörten ganz Liverpool. Bereits nach vier Minuten schloss Wirtz einen 22-Pass-Spielzug mit einer Hereingabe von Ekitike ab. Der Franzose überwand Dean Henderson mit einem herrlichen Schuss – Liverpools frühestes Tor in einem Endspiel seit Salahs Champions-League-Auftakt 2019.
Mit 72,5 % Ballbesitz in der Anfangsphase hatten die Reds alles unter Kontrolle. Das nicht anerkannte Tor von Cody Gakpo kurz darauf unterstrich den Druck. Doch der Fußball – und die Wettscheine – können sich schnell drehen
Palace schlägt zurück
Entgegen dem Spielverlauf erzielte Palace den Ausgleich, nachdem Ismaila Sarr von Virgil van Dijk zu Fall gebracht worden war. Jean-Philippe Mateta verwandelte souverän zu seinem 31. Nur eine Minute später sorgte Frimpong mit einer spekulativen Flanke ins lange Eck für die erneute Führung Liverpools.
Palace hielt sich an seinen Plan. Will Hughes ging im Mittelfeld aggressiv zu Werke, während Daniel Muñoz mit seinen energischen Läufen die von Kerkez hinterlassenen Lücken ausnutzte. Das Arbeitstempo des Kolumbianers – sieben gewonnene Zweikämpfe bis zur letzten Stunde – hielt Palace im Spiel
Das Momentum verschiebt sich
Curtis Jones führte Liverpools Mittelfeld mit einer perfekten Passquote von 53/53. Doch Palace fand erst spät seinen Rhythmus. Henderson rettete das Team vor dem Rückstand, bevor Sarr 14 Minuten vor dem Ende das 2:2 erzielte. Liverpool verpasste es, das Spiel zu entscheiden – vor allem Salah scheiterte im Eins-gegen-Eins – und so kam es zum Elfmeterschießen
Elfmeter-Drama
Zum dritten Mal in vier Shield-Teilnahmen musste Liverpool einen Elfmeter schießen. Salah verschoss den ersten, Mateta bestrafte ihn sofort, und Hendersons Heldentat in voller Länge vereitelte Mac Allister. Nach Harvey Elliotts Fehlschuss hatte Borna Sosa die Chance zum Sieg, doch sein Schuss klatschte an den Pfosten. Erleichterung bei Liverpool? Nicht lange.
Szoboszlais fulminanter Abschluss hielt die Hoffnung am Leben, aber der in der 93. Minute eingewechselte Justin Devenny von Palace verwandelte den entscheidenden Elfmeter und besiegelte damit den berühmten 3:2-Sieg im Elfmeterschießen
Wichtige Wetteinsichten
- Beide Teams erzielen früh einTor – bis zur 20. Minute.
- Wer auf mehr als 2,5 Tore gesetzt hatte, bekam sein Ticket noch vor der vollen Stunde ausgezahlt.
- Die Elfmeterbilanz von Palace unter Glasner ist weiterhin beeindruckend: Sechs der letzten sieben Elfmeter in Pflichtspielen wurden verwandelt.
Endgültiges Fazit
Für Liverpool war dies eine Erinnerung daran, dass Dominanz im Ballbesitz noch lange kein Garant für den Titelgewinn ist. Für Palace war es ein Sieg mit Aussagekraft, der die zweite Trophäe für die Saison 2024/25 einbrachte und den Wettenden eine ordentliche Rendite bescherte, die das Potenzial für eine Überraschung erkannten. Vor dem Beginn der Premier-League-Saison werden beide Trainer aus diesem dramatischen Nachmittag in Wembley ganz unterschiedliche Lehren ziehen.


